Wie häufig sollten Bremsen entlüftet werden

Die Bremse im Fahrzeug kann nur richtig funktionieren, wenn keine Luftblasen im Bremssystem vorhanden sind. Bei dem Durchfluss der Bremsflüssigkeit erhitzt sich jedoch ständig die Feuchtigkeit in den Schläuchen, wodurch Dampfblasen entstehen können. Diese Blasen, die durch die heiße Bremsflüssigkeit gebildet werden, stellen eine Gefahr dar, darum muss man seine Bremsleitungen regelmäßig entlüften. Zu diesem Zweck gibt es die geeigneten Bremsenentlüfter. Bei der Benutzung dieser Geräte sowie bei der Nutzung der Bremsflüssigkeit ist es wichtig, sich genau an den Hinweisen der Fachleute zu orientieren, um Fehler auszuschließen.

Wann ist die Entlüftung fällig und was braucht man dafür?

Im Allgemeinen sollte man die Bremsflüssigkeit spätestens nach zwei Jahren auswechseln und im gleichen Zug auch eine Entlüftung durchführen. Das gilt auch für Autos, die nur wenig gefahren werden. Wer sich mit der Bremstechnik auskennt, weiß, dass die Bremsflüssigkeit stetig Feuchtigkeit aus der Luft zieht. Das geschieht durch die Dichtung vom Vorratsbehälter oder durch die Bremsschläuche, unabhängig davon, ob das Auto gefahren wird oder nicht.

Für die Entlüftung des Bremssystems benötigt man ein geeignetes Bremsenentlüftungsgerät. Hierbei handelt es sich um ein professionelles Gerät mit Absaug- und Entlüftungsfunktion, das in jeder Autowerkstatt steht. Auch in der eigenen Garage kann sich ein Bremsenentlüfter lohnen, wenn man sich selbst um die Wartung des Fahrzeugs kümmern möchte. Wer in einem Autoclub ist, der hat vielleicht über diesen Weg Zugriff auf ein Bremsenentlüftungsgerät. Abhängig davon, wie das Gerät genau arbeitet, kann eventuell ein Druckluftkompressor nötig sein.

Die Eignung der Bremsenentlüfter und des Zubehörs

Beim Kauf des Bremsenentlüftungsgerätes sollte man aufpassen, dass die Bauteile zusammenpassen, oder gegebenenfalls einen passenden Adapter verwenden. Ansonsten besteht das Risiko, dass Luft angesaugt wird und sich in der Folge Luftblasen bilden. Als Hilfsmittel eignet sich möglicherweise ein zusätzlicher Deckel, der auf dem Behälter für die Bremsflüssigkeit gesetzt wird und über einen Schlauchnippel verfügt. So kann der Saugschlauch direkt angeschlossen werden.

Wissenswertes zum Wechsel der Bremsflüssigkeit

Um zu prüfen, ob die Bremsflüssigkeit gewechselt werden muss, kann man ein spezielles Messgerät verwenden. Dieses zeigt den Siedepunkt der Flüssigkeit an. Abhängig von der Art der Bremsflüssigkeit (DOT 3, DOT 4 oder DOT 5) darf die Temperatur nicht kleiner sein als 145 bis 180 Grad. Beim Unterschreiten dieser Werte ist dringend ein Austausch der Bremsflüssigkeit erforderlich.

Um die richtige Bremsflüssigkeit auszuwählen, hilft der Blick auf den DOT Wert. Dieses Kürzel bedeutet „Department of Transportation“ und kennzeichnet die Qualität der Flüssigkeit. Man erfährt dadurch mehr über den Siedepunkt sowie über die Viskosität. Auch der pH-Wert, die Eignung für Gummidichtungen, das Korrosionsverhalten, das Temperaturverhalten und andere Eigenschaften werden durch den DOT Wert bestimmt. Wenn die Bremsflüssigkeit DOT 3 Vorschrift ist, darf man kein DOT 4 verwenden, sonst können die Gummidichtungen beschädigt werden, sodass die Flüssigkeit austritt. DOT 5.1 gilt als sichere Wahl für nahezu alle Autos. Bei DOT 5.0 SB, das auf Silikonbasis hergestellt wird, muss man aufpassen, dass keine anderen Flüssigkeiten beigemischt werden.

Typische Probleme beim Bremssystem

Bei einer starken Belastung der Bremsanlage erhitzt sich diese, was zum Beispiel im Stop-and-Go Verkehr oder bei Bergfahrten passieren kann. Die Hitze von teilweise über 800 Grad wird über die Bremsbeläge auf die Bremskolben und weiter auf die Flüssigkeit übertragen. Der Wasseranteil fängt zu sieden an, sodass sich Dampfblasen bilden können. Dadurch werden die Pedalwege länger, denn die Bremswirkung lässt nach. Das liegt daran, dass der Wasseranteil in der Flüssigkeit im Inneren der Leitungen zusammengedrückt wird. Für den Fahrer zeigt sich das in einem schwammig reagierenden Bremspedal, das sich im schlimmsten Fall komplett durchtreten lässt, ohne dass der Wagen abbremst.

Die Bremsflüssigkeit selbst bleibt im Verhältnis zum Wasser jedoch kühl. Sie überträgt den Pedaldruck weiterhin, auch wenn die Temperatur auf 250 Grad und mehr ansteigt. Genau darum ist es so wichtig, die richtige Bremsflüssigkeit auszuwählen, um lebensgefährliche Unfälle zu vermeiden.

Worauf beim Entlüften und beim Bremsflüssigkeitswechsel zu achten ist

Bei diesen Wartungsarbeiten sollte man umsichtig vorgehen und alle Schritte sorgfältig durchführen. Das Entlüften wird einzeln an jedem Rad ausgeführt und erfordert handwerkliches Können. Bei den Entlüftungsventilen gilt es, vorsichtig zu sein, um diese Bauteile nicht zu beschädigen. Auch das Durchtreten des Pedals erfordert ein sicheres Vorgehen, damit die Dichtringe heile bleiben und die Funktion des Hauptbremszylinders nicht beeinträchtigt wird.

Im Zweifelsfall erfährt man in den Fachforen im Internet viele Infos zu den nötigen Arbeiten von der Bremsenentlüftung bis zum Bremsflüssigkeitswechsel. Oder man wendet sich an den Automechaniker seines Vertrauens, um das Problem zu lösen.

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