Wiederbeschaffungskosten in BWL leicht erklärt + Beispiel

Was versteht man unter Wiederbeschaffungskosten?

Als Wiederbeschaffungskosten eines Gutes (kurz: WBK) werden die (geschätzten) zukünftigen Kosten zur Anschaffung oder Herstellung für einen Vermögensgegenstand definiert. Andere Bezeichnungen sind Wiederbeschaffungspreis, Wiederbeschaffungswert oder Anschaffungswert.

Wegen einer Inflation kann der Preis der Wiederbeschaffung oft über den ursprünglichen Anschaffungskosten liegen. Bei einigen Fällen, wie in bestimmten Branchen kann sich dieser jedoch auch darunter befinden.

Ein Beispiel für Wiederbeschaffungskosten

Eine Familie kauft sich ein Haus für (netto) 100.000 €. Die Versicherung für das Haus wird aber für 140.000 Euro Wiederbeschaffungswert abgeschlossen.

Angenommen das Haus brannte ab, so bekommt die Familie einen Wiederbeschaffungswert von 140.000 Euro. In den damals festgesetzten Wiederbeschaffungswert von 140.000 ist bereits die Preissteigerung pro Jahr sowie die Inflation mit einberechnet.

Anwendung der Wiederbeschaffungskosten

Im Rechnungswesen ist zwischen dem internen (Kostenrechnung) und externen Rechnungswesen (Jahresabschluss) zu differenzieren.

WBK im externen Rechnungswesen

Beim externen Rechnungswesen, wie der Buchhaltung, erfolgt das Abschreiben nach HGB (vgl. § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) von den Herstellungskosten. Es dürfen also keine Wiederbeschaffungskosten angesetzt werden.

Allerdings spielen die Wiederbeschaffungskosten eine Rolle bei dem strengen Niederstwertprinzip, denn bei der bilanziellen Abschreibung dürfen auf Grund dieses Prinzips nicht mehr als die Anschaffungskosten abgeschrieben werden.

WBK im internen Rechnungswesen

Bei dem Fall eines internen Rechnungswesens wird hingegen die Abschreibung vom Wert der Wiederbeschaffung gebildet. Für das Abschreiben wird die Formel der kalkulatorischen Abschreibungen verwendet, wobei davon ausgegangen wird, dass die Wiederbeschaffungskosten die Abschreibungsausgangssumme darstellen.

WBK in der Finanzplanung

Die Wiederbeschaffungskosten werden ebenfalls eine Richtschnur angewendet. Dies beispielsweise, wenn Investitionen budgetiert und diese in den Finanzplan für die kommenden Jahre einbezogen werden.

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