Zinsabschlagsteuer in VWL leicht erklärt + Beispiel

Definition

Hierbei handelt es sich um Steuern auf Kapitalerträge, die im Moment des Entstehens gezahlt werden müssen. Dazu muss der Steuerpflichtige nicht selbst aktiv werden. Somit soll die Steuergerechtigkeit gefördert werden, da die sofortige Zahlung der Steuer, das Unterschlagen der Beträge unmöglich macht. Sie wird ebenso als Quellensteuer bezeichnet.

Grundsatz

Die ursprüngliche Besteuerung der Kapitalerträge wurde vor einigen Jahren als verfassungswidrig erklärt. Spekulationsgewinne waren ab eine bestimmte Haltedauer steuerfrei und mussten nicht mehr in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Vor dieser Zeit wurden sie mit einem Spitzensteuersatz von 53% besteuert. Folge war, dass diese Gewinne nicht angegeben wurden, damit keine Steuern gezahlt werden mussten.

Mit der Einführung der Zinsabschlagssteuer wurde dieser Missstand beseitigt. Alle Erträge werden mit 25% besteuert, sofern er Freibetrag überschritten wird. Dadurch entstehen zwei Vorteile. Die Steuer ist immer in der gleichen Höhe und es muss keine steuerliche Kontrolle erfolgen, da die Banken diese Steuer direkt abführen.

Ebenso konnten gewisse Investments auf diese Art und Weise verbannt werden, wieder andere wurden bestärkt. Diese können nun leicht unter ein andere verglichen werden, da ein Steuersparmodell nicht mehr umgesetzt werden kann.

Kritik an dieser Regelung

Da neben der vollen Besteuerung der Kapitalerträge auch die staatlichen Einnahmen steigen, wird Kritik laut, dass kleine Investoren nun mehr Verluste erfahren und die große Investoren mehr Gewinne erwirtschaften. Dafür würde aber das Einkommen nicht noch einmal besteuert, da es nicht angegeben werden muss.

Zudem sollen die Steuern genau auf den einzelnen Investor definiert werden. Da die komplett anfallenden Steuern von den Banken in einem Zug an das Finanzamt übermittelt werden, können diese nicht mit feststellen, welcher Anteil von welchem Investor stammt. Dabei soll mit der kompletten Zahlung schlicht das Bankgeheimnis gewahrt werden.
Hierdurch wird allerdings Kritik laut, da der Steuerzahler die Zahlung der Steuer nicht selbst koordinieren darf. Allerdings besteht so auch keine Steuerschuld mehr.

Überblick

Die Zinsabschlagsteuer entsteht aus Gewinnen von Kapitalerträgen und ist auch als Quellensteuer oder Abgeltungssteuer bekannt. Sie wird direkt von der Bank überwiesen, die das Depot führt und der Steuerpflichtige hat keine Steuerschuld gegenüber dem Finanzamt.

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