Zinsstrukturkurve in VWL leicht erklärt + Beispiel

Definition

Mit dieser grafischen Darstellung zeigt sich die Entwicklung des Zinssatzes in Abhängigkeit von einer bestimmten Größe. Durch diese Analyse können wirtschaftliche Prognosen erstellt werden. Aber auch Wertpapiere und Finanzderivate lassen sich so bewerten.

Die bestimmte Größe ist meistens die Laufzeit und das Risiko der Anlage. Die Grafik ist zweidimensional, wobei die Einflussgrößen in einer waagerechten und senkrechten Skala eingeteilt werden. Die größte Bedeutung in der Praxis hat die Zinsstrukturkurve in Abhängigkeit von der Laufzeit.

Was gibt es für Kurvenverläufe?

Steigende Zinskurve: Dies bedeutet eine Steigerung des Zinssatzes mit fortlaufender Laufzeit. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Kapital, das langfristig angelegt wird, höhere Renditen durch einen steigenden Zinssatz erbringt. Dieser Kurvenverlauf wird am häufigsten und am längsten beobachtet.

Flache Zinskurve: Diese Kurvenform kann nur dann entstehen, wenn es keine zinslichen Veränderungen gibt oder der Zinssatz in der Zukunft fallen wird.

Fallende Zinskurve: Hierbei sinken die Zinssätze konstant auf die Laufzeit. Diese Kurve dient oftmals zur Prognose, wenn sich eine Rezession ankündigt oder in naher Zukunft eintreten wird.

Zinsbuckel: Dieser glockenartige Verlauf zeigt, dass die Zinsen bis zu einem maximalen Satz ansteigen und dann wieder fallen. Der Grund dafür liegt in einer Marktsegmentierungshypothese.

Wie lassen sich diese Verläufe erklären?

Bisher handelt es sich nur um Erklärungsversuche, die mit Theorien unterlegt werden. Dabei ist es möglich, dass in den unterschiedlichen Mutmaßungen auch Widersprüche auftreten können, da die Grundlage der Zinsbewegung nicht zwingend darauf angewendet werden kann.

Erwartungshypothese: Einige Verläufe ergeben sich aus den zu erwartenden Zinsen. Hierbei kann eine Prognose dazu führen, dass mehr Investments getätigt werden, die die Zinsen steigen lassen. Dabei handelt es sich um kurzfristige Investments. Die Kurve fällt dann, wenn in langfristige Wertpapiere investiert wird, dann ist anzunehmen, dass die Zinsen sinken. Durch den vermehrten Erwerb dieser Papiere, können dann auch entsprechende Renditen gesichert werden.

Liquiditätspreferenzhypothese: Steigen die Zinsen, dann begründet sich dies in der Unsicherheit der Anleger. Liquidität ist aktuell sehr wichtig und so werden langfristige Investitionen nur dann getätigt, wenn auch eine Liquiditätsprämie daraus resultiert.

Marktsegmentierungshypothese: Einzelne Laufzeiten werden unabhängig voneinander betrachtet. Dadurch bilden sich die Zinssätze entsprechend nach Angebot und Nachfrage in ihrer Entwicklung aus. Somit erklären sich ungleichmäßige Zinsverläufe.

Überblick

Die Zinsstrukturkurve ist die Zinsdarstellung und deren Entwicklung in einem Diagramm, das in das Verhältnis zur Laufzeit, aber auch zu anderen Faktoren gesetzt wird. Es existieren nur Hypothesen, die eine Erklärung für diese Verläufe haben.

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