Zwischenverkauf vorbehalten – was bedeutet das? Aufklärung

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Im Geschäftsleben werden Kaufverträge durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen abgeschlossen. Die jeweiligen Willenserklärungen werden dabei „Antrag“ bzw. „Annahme“ genannt. Der Verkäufer einer Ware oder Dienstleistung kann einem möglichen Käufer beispielsweise ein Angebot unterbreiten. Dieses Angebot ist grundsätzlich erstmal bindend. Es gibt jedoch die Möglichkeit, dass der Verkäufer die Bindung an das Angebot einschränkt. Das ist beispielsweise mit der Klausel „Zwischenverkauf vorbehalten“ möglich. Im nachfolgenden Text wird erklärt, was diese Klausel bedeutet.

Die Bindung des Verkäufers an ein Angebot

Verkäufer sind in der Regel an ihre Angebote gebunden. So ist ein telefonisches Angebot bis zum Ende des Gesprächs gültig. Schriftliche Angebote sind für den Verkäufer eine Woche lang bindend. Das bedeutet, dass ein Verkäufer, der einem Käufer ein Angebot unterbreitet, eine Woche lang damit rechnen muss, dass dieser das Angebot annimmt. In der Zwischenzeit kann der Verkäufer die Ware also an keinen anderen Käufer veräußern. Daraus resultiert ein Problem, denn er muss ja eine Woche lang die Ware auf Lager behalten oder das Angebot widerrufen. Ein anderweitiger Verkauf ist nicht möglich.

Die Einschränkung der Bindung an ein Angebot durch Klauseln

Der Verkäufer kann die Bindung an sein Angebot allerdings einschränken, indem er die Klausel „Zwischenverkauf vorbehalten“ in sein Angebot schreibt. Mit dieser Zusatzklausel ist es dem Verkäufer möglich, die Ware an einen anderen Kunden zu verkaufen, solange das Angebot vom Käufer noch nicht angenommen wurde. Ein Beispiel verdeutlicht, was die Klausel bewirkt:

Verkäufer A macht dem Interessenten K ein schriftliches Angebot über 100 Flaschen Wasser. Verkäufer A ist nun eine Woche an dieses Angebot gebunden. Das bedeutet, dass Interessent K eine Woche lang Zeit hat, das Angebot anzunehmen. Nimmt er es an, so muss Verkäufer A die 100 Flaschen Wasser liefern. Verkäufer A kann die 100 Flaschen Wasser in der Zwischenzeit nicht an einen anderen Interessenten verkaufen.

Macht Verkäufer A dem Interessenten K ein schriftliches Angebot über 100 Flaschen Wasser und schreibt „Zwischenverkauf vorbehalten“ in das Angebot, so ist er weiterhin eine Woche an das Angebot gebunden. Kommt nun jedoch Interessent W und möchte die 100 Flaschen Wasser kaufen, bevor Interessent K das schriftliche Angebot von Verkäufer A angenommen hat, so darf Verkäufer A die 100 Flaschen Wasser an Interessent W verkaufen. Nimmt Interessent K nun das Angebot von Verkäufer A an, so ist dieser nicht mehr verpflichtet, die 100 Flaschen Wasser zu liefern.

Vorteile und Bedeutung der Klausel für Verkäufer

Die Vorteile der Klausel „Zwischenverkauf vorbehalten“ liegen auf der Hand, denn sie geben Verkäufern Sicherheit bzw. Handlungsspielraum. Verkäufer wollen Waren bzw. Dienstleistungen natürlich schnell verkaufen und unterbreiten mehreren Interessenten Angebote. Mit der Klausel sind sie nicht an ein bestimmtes Angebot gebunden, sondern können, unabhängig von den eigentlich verbindlichen Angeboten, ihre Waren jederzeit veräußern.

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