Woyzeck von Büchner: Epoche & ausführliche Epochenzuordnung

Woyzeck von Büchner Epoche & ausführliche Epochenzuordnung

Woyzeck“ von Georg Büchner zählt zu prägenden Werken des frühen Realismus. Das Dramenfragment entstand im Herbst 1936 und wird der literarischen Strömung des Vormärz zugeordnet. Eine Analyse des Stoffes zeigt Unterschiede in Woyzeck zum klassischen Realismus auf.

Der Woyzeck als stilbildendes Werk

Woyzeck von Georg Büchner ist schwer einer einzigen literarischen Epoche zuzuordnen. Das Dramenfragment gilt als stilbildendes Werk. Zugleich verarbeitet Büchner Einflüsse aus der Literatur der damaligen Zeit und kann deshalb als Kind und Vater des Realismus bezeichnet werden.

Woyzeck wird dem Vormärz zugeordnet, da das Werk die politischen Ideen dieser zeitlichen Epoche reflektiert. Das Drama ist Teil der damaligen liberalen Bewegung und Antwort auf Restaurationen der Oberschicht in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Gesellschaftskritik in Woyzeck

Der Vormärz ist durch politisch geprägte Werke gekennzeichnet. Auf „Woyzeck“ trifft die Zurückstellung der Literatur zugunsten einer Politisierung in begrenztem Umfang ebenfalls zu. So fasst Büchner die Gesellschaftskritik der damaligen Zeit zusammen und bringt in Woyzeck seine Unzufriedenheit mit der Behandlung der Unterschicht realistisch zur Sprache. Büchner kritisiert das Gefälle zwischen Oberschicht und Unterschicht und der damit verbundenen Unterdrückung der Unterschicht.

Außerdem thematisiert er die Unmöglichkeit eines freien Lebens infolge fehlender Mittel. Literarisch reflektiert Büchner diese Idee unter anderem dadurch, dass eine Heirat dem Protagonisten unmöglich ist. Woyzeck wird von dem Doktor und dem Hauptmann ausgebeutet, die seine schwierige finanzielle Lage ausnutzen und ihn im Falle des Doktors sogar unter ein Tier stellen.

Woyzeck richtet sich an das gemeine Volk. Der Protagonist ist Teil der Unterschicht, die er repräsentiert und vertritt. Büchner bleibt dem für ihn typischen Realismus treu, indem er die Welt darstellt, wie sie ist, ohne auf poetische Verschönerungen zurückzugreifen. Der Protagonist der Geschichte ist in seiner Situation gefangen und verspürt eine zunehmende Verzweiflung. Büchner reflektiert dieses Verhalten und lässt es schließlich im Mord Woyzecks an seiner Geliebten kulminieren.

Naturalismus und Realismus

Büchner wählt einen naturalistischen Realismus, also eine wirklichkeitsgetreue Darstellung der zum Teil fiktiven Geschehnisse. Der von Büchner mitgeprägte Realismus als literarische Strömung versteht sich darauf, die schlechten Seiten der Wirklichkeit poetisch zu verschönern und zu vergrößern.

Woyzeck ist im Wesentlichen Teil des Vormärz. Seine realistischen Elemente unterscheiden ihn jedoch von der Epoche. Büchner erschuf als Vordenker ein naturalistisches Werk, das seiner Zeit um Jahre voraus war. Dies spiegelt sich auch in Büchners Umgang mit seiner Umwelt und vis-à-vis wider, die sein literarisches Schaffen nicht würdigte. Erst viele Jahrzehnte nach seinem Tod gelangte Büchners Werk zu Bekanntheit und Ansehen.

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