In diesem Artikel fasse ich alle bekannten sprachlichen und rhetorischen Stilmittel in einer Liste zusammen und nenne auch jeweils Beispiele und beschreibe die Wirkung der einzelnen rhetorischen Mittel.



Rhetorische Mittel werden vor allem bei Textanalysen aller Art im Fach Deutsch in der Schule benötigt und eine übersichtliche Liste mit allen Stilmitteln ist da extrem hilfreich bei Hausaufgaben. Allerdings sollte man die wichtigsten sprachlichen Mittel auch auswendig kennen, denn irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo man die Klausur schreiben muss und keine Liste mitnehmen darf.

Liste aller sprachlichen und rhetorischen Mittel mit Beispielen und Wirkung

Akkumulation
Anhäufung zusammengehörender Wörter (Sonne, Sand und Meer oder Feld, Wald und Wiesen)
Wirkung: größerer Nachdruck auf der Aussage oder bessere Verdeutlichung
Weitere Informationen & Beispiele: Akkumulation

Allegorie
Verbildlichung oder ausgesprochene Metapher, etwas Abstraktes wird durch eine Verbildlichung dargestellt („Auf dem Theater der Welt sind alle Menschen Spieler: mancher bekommt die Rolle eines Königs, mancher die eines Bettlers …“)
Wirkung: Abstraktes anschaulich machen
Weitere Informationen und Beispiele: Allegorie

Alliteration
mindestens zwei aufeinander folgende Worte mit dem gleichen Anfangsbuchstaben (Veni Vidi Vici)
Wirkung: Verdeutlichung der Zusammengehörigkeit der Wörter
Weitere Informationen und Beispiele: Alliteration

Allusion
eine Situation wird indirekt beschrieben / Anspielung machen ( Er ist ein wahrer Romeo in Bezug auf Frauen.)
Wirkung: Verschlüsselung der Botschaft / Verbildlichung / Verkürzung von Informationen
Weitere Informationen und Beispiele: Allusion

Anapher
Wiederholung am Anfang mehrerer Sätze oder Verse (I have a dream …., I have a dream ….)
Wirkung: Steigerung der Wirkung
Weitere Informationen und Beispiele: Anapher

Antithetik
Gegenüberstellung zweier Gedanken ( “Ich schlafe aber mein Herz wachet”)
Wirkung: Aufwertung der eigenen Position durch Gegenüberstellung
Weitere Informationen & Beispiele: Antithetik

Apostrophe
Hinwendung zum Publikum oder einer bestimmten anwesenden oder abwesenden Person
Wirkung: Steigerung der Eindringlichkeit
Weitere Informationen & Beispiele: Apostrophe

Archaisierung
Benutzung alter Wörter (gülden für golden usw.)
Wirkung: Hinweis auf Tradition, Vielleicht etwas Humor,
Weitere Informationen & Beispiele: Archaisierung

Assonanz
Halbreim (Ottos Mops trotzt.“)
Wirkung: Steigerung der Eindringlichkeit
Weitere Informationen und Beispiele: Assonanz

Asyndeton
Anreihung von Sätzen oder Worten ohne Konjunktion bzw. Bindungswörter (Sommer, Sonne, Strand oder “Er benahm sich schrecklich, arrogant, furchtbar”)
Wirkung: Verstärkung der negativen bzw. positiven Bewertung oder stärkere Verdeutlichung
Weitere Informationen & Beispiele: Asyndeton

Chiasmus
symmetrische Überkreuzung von Satzteilen („Ich bin groß, klein bist du.“
Wirkung: Hervorhebung, Steigerung der Merkfähigkeit
Weitere Informationen & Beispiele: Chiasmus

Ellipse
Auslassen von Satzteilen (Ich kann es, du nicht)
Wirkung: Ausdruck von Eile
Weitere Informationen und Beispiele: Ellipse

Enjambement
Fortführung es Satzes über das Zeilen-/Versende hinaus
Wirkung: Besondere Hervorhebung des Inhalts
Weitere Informationen & Beispiele: Enjambement

Epipher
Wiederholung eines Wortes oder einer Wortgruppe am Ende aufeinanderfolgender Sätze („Ich fordere Moral, du lebst Moral.“)
Wirkung: Steigerung des Wortes
Weitere Informationen & Beispiele: Epipher

Euphemismus
positive Beschreibung negativer Eigenschaften („kräftig gebaut“ anstelle von „dick“)
Wirkung: Beschwichtigung, Schönmalerei
Weitere Informationen und Beispiele: Euphemismus

Hendiadyoin
Benennung ein und desselben Sachverhalts mit zwei gleichbedeutenden Worten (Mord und Totschlag)
Wirkung: Verdeutlichung
Weitere Informationen & Beispiele: Heniadyoin

Hyperbel
starke Übertreibung (totmüde, granatenvoll )
Wirkung: Abwertung oder Aufwertung
Weitere Informationen und Beispiel: Hyperbel

Inversion
Umkehr der gewöhnlichen Wortfolge (sieht müde aus der Mann, )
Wirkung: Herausstellung des wichtigen im Satz – bessere Eindringlichkeit
Weitere Informationen & Beispiele: Inversion & Hyperbaton



Ironie
Gegensatz von wörtlicher und wirklicher Bedeutung ( “Hier sieht es aber aufgeräumt aus” – in einem stark verwüsteten Zimmer)
Wirkung: Erheiterung, Humor, Überzeugungskraft
Weitere Informationen und Beispiele: Ironie

Klimax
Aufzählung sich steigernder Worte, angefangen mit dem schwächsten (Ich arbeite 8, 9 , 10 Stunden am Tag)
Wirkung: Verstärkung, Aufwertung der Aussage
Weitere Informationen und Beispiele: Klimax

Weitere interessante Artikel:  Was ist eine Personifikation? - Beispiele, Wirkung & Erklärung

Litotes
Untertreibung, Abschwächung oder Verneinung (“wirklich nicht schlecht”, “meine Wenigkeit”)
Wirkung: Verstärkung oder Abschwächung der Aussage
Weitere Informationen & Beispiele: Litotes

Matapher
Bildlich gesprochene Aussagen ( am Fuße des Berges, ein Meer von Ameisen)
Wirkung: Verdeutlichung und Verstärkung durch bildliche Unterstützung
Weitere Informationen und Beispiele: Metapher

Metonymie
Ersatz durch bildlichen aber verwandten Ausdruck (“Die Karre” für Auto oder “Das Eisen” für Schwert)
Wirkung: eingängige Formulierung
Weitere Informationen & Beispiele: Metonymie

Neologismen
Erstellung von neuen Wörtern (Knabenmorgenblütenträume (Goethe))
Wirkung: Abwertung /Aufwertung
Weitere Informationen und Beispiele: Neologismus

Oxymoron
Verbindung einander gegensätzlicher Begriffe (kalte Hitze)
Wirkung: Denkanstoß durch Scheingegensatz
Weitere Informationen & Beispiele: Oxymoron

Paradoxon
Widersprüchlichkeit einer Idee, die der Meinung widerspricht („Ich weiß, dass ich nichts weiß“ (Sokrates))
Wirkung: Denkanstoß durch Scheinwiederspruch
Weitere Informationen und Beispiele: Paradoxon

Parallelismus
parallel aufgebaute Sätze oder Satzteile (Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch geht)
Wirkung: Verstärkung der eigenen Aussage
Weitere Informationen und Beispiele: Parallelismus

Parataxe
Nebeneinanderstellen von gleichwertigen Hauptsätzen ( „Das ist Klaus. Klaus ist ein geselliger Bursche“)
Wirkung: vermittelt Direktheit, prägnante Formulierung
Weitere Informationen & Beispiele: Parataxe

Parenthese
Einschub (Das ist – wie gesagt – sehr wichtig)
Wirkung: Kommentar mit Aufwertung oder Abwertung bzw. Verdeutlichung
Weitere Informationen & Beispiele: Parenthese

Periphrase
Umschreibung eines Begriffs (der Vater der Agenda 2010 = Gerhard Schröder)
Wirkung: Veranschaulichung
Weitere Informationen & Beispiele: Periphrase

Personifizierung
Zuweisung menschlicher Eigenschaften an etwas nicht menschliches (Der Stein schaut uns so traurig an, Vater Staat, Brudervolk, )
Wirkung: Ähnlich wie bei Metapher – bildliche Verstärkugn der Aussage
Weitere Informationen und Beispiele: Personifizierung

Pleonasmus
Zusammenstellung von Begriffen mit gleicher Bedeutung (runde Kugel, alter Greis)
Wirkung: Erhöhung der Eindringlichkeit der Aussage
Weitere Informationen & Beispiele: Pleonasmus

Rhetorische Frage
uneigentliche Frage, die Zustimmung oder Ablehnung voraussetzt (Seh ich so blöd aus?)
Wirkung: Einbeziehung des Lesers bzw. des Gefragten zum Mitdenken
Weitere Informationen und Beispiele: Rhetorische Frage

Sarkasmus
Verletzender, beißender oder bitterer Hohn und Spott, oft mit Ironie („Goethe hat keinen anderen Schmerz empfunden, als den beleidigter Eitelkeit“.)
Weitere Informationen und Beispiele: Sarkasmus

Symbole
(weiße Taube für Frieden, Hammer und Sichel für Kommunismus, Kreuz für Tod oder christlichen Glauben)
Wirkung: Erhöhung der Anschaulichkeit
Weitere Informationen & Beispiele: Symbole

Kennst du alle rhetorischen Stilmittel auswendig?

Dann teste dein Wissen an unserem Quiz zum Thema: “rhetorische Stilmittel”!

Eine viele ausführlichere Erklärung der einzelnen rhetorischen Stilmittel gibt es in den folgenden 2 Videos für euch. In dem ersten Video sollte man ab der 10. Minute starten ;):


 

Diesen Artikel gibt es auch auf russisch auf unserer russischen Webseite: “важные Тропы и физические фигуры — список


4.67/5 (3)

Please rate this

5 Kommentare

  1. Ein Vers ist ein Vers ist ein Vers -und kein Fers!

    Eine Alliteration ist nicht die Abfolge von zwei gleichen Anfangsbuchstaben bei beieinander stehenden Worten/Wörtern, sondern die Abfolge gleicher Anfangslaute.
    Beispiele: V/F im Deutschen ist alliterativ in “Flüchtend” und “Verfolgte”, dagegen nicht “Sein” und “Schein”.

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Formular zurücksetzenBeitragskommentare