
- Eine These ist eine Behauptung, die man begründen muss, weil man über sie streiten kann.
- In der Argumentation gilt: These → Argument → Beleg/Beispiel. Die These sagt was, das Argument sagt warum.
- Eine gute These ist klar, eindeutig, strittig und in einem Satz formuliert.
- Die Antithese ist die Gegenbehauptung, die Synthese ein abwägender Kompromiss. Eine Hypothese ist eine Vermutung, die man überprüfen will.
Ohne These keine Argumentation: Wer etwas begründen will, muss zuerst klar sagen, was er eigentlich behauptet. In Erörterungen, Stellungnahmen, Diskussionen und Sachtextanalysen begegnet dir der Begriff deshalb ständig. Hier erfährst du, was eine These ausmacht, woran du eine schwache These erkennst und wie du sie in deinem Text richtig einsetzt.
Definition: Was ist eine These?
Das Wort kommt vom griechischen thesis und bedeutet „das Setzen, die Aufstellung“. Eine These ist eine Behauptung oder ein Standpunkt, der nicht selbstverständlich ist und deshalb begründet werden muss. Man könnte ihr also widersprechen.
- „Handys sollten an Schulen während des Unterrichts verboten werden.“
- „Hausaufgaben verbessern nicht automatisch die Leistungen.“
- „Schuluniformen stärken das Gemeinschaftsgefühl.“
Keine These ist dagegen eine reine Tatsache, über die man nicht streiten kann: „Berlin ist die Hauptstadt Deutschlands.“ Das stimmt einfach und braucht keine Begründung. Ebenso wenig ist eine Frage eine These: „Sollte man Handys verbieten?“ ist die Streitfrage, die These ist erst deine Antwort darauf.
Merkmale einer guten These
| Merkmal | Schwach | Besser |
|---|---|---|
| strittig | Viele Jugendliche besitzen ein Handy. | Handys sollten ab Klasse 5 im Unterricht erlaubt sein. |
| eindeutig | Handys sind irgendwie gut und schlecht. | Handys lenken im Unterricht mehr ab, als sie nützen. |
| konkret | Medien sind wichtig. | Schulen sollten Medienkompetenz als eigenes Fach anbieten. |
| knapp | Ein Satz mit drei Nebensätzen und zwei Behauptungen. | Ein Satz, eine Behauptung. |
| begründbar | Handys sind böse. | Ein Handyverbot in den Pausen fördert Gespräche unter Schülern. |
These, Argument, Beleg: so hängt alles zusammen
Eine These allein überzeugt niemanden. Erst die Begründung macht sie stark. Im Deutschunterricht lernst du dafür meist den Dreischritt aus These, Argument und Beleg oder Beispiel. Manchmal kommt am Ende noch eine Schlussfolgerung dazu, die zur These zurückführt.
These: Handys sollten im Unterricht ausgeschaltet bleiben.
Argument: Denn schon eine eingehende Nachricht reißt Schüler aus der Konzentration.
Beleg/Beispiel: Wer in Mathe gerade eine Aufgabe löst und dann aufs Display schaut, braucht oft mehrere Minuten, um wieder in den Rechenweg zu finden.
Rückbezug: Ein ausgeschaltetes Handy schützt also die Aufmerksamkeit im Unterricht.
Welche Arten von Argumenten es gibt (Faktenargument, Autoritätsargument, normatives Argument …), erfährst du in der Liste aller Argumenttypen.
These, Antithese, Synthese und Hypothese
| Begriff | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| These | Behauptung, die du begründest | Hausaufgaben sollten abgeschafft werden. |
| Antithese | Gegenbehauptung zur These | Hausaufgaben sollten beibehalten werden. |
| Synthese | abwägendes Ergebnis, das beide Seiten verbindet | Hausaufgaben sollten bleiben, aber kürzer und freiwillig vertiefend sein. |
| Hypothese | Vermutung, die überprüft werden soll (Wissenschaft, Interpretation) | Vermutlich lernen Schüler mit weniger Hausaufgaben genauso viel. |
| Argument | Begründung für eine These | …, weil Schüler nach acht Stunden Unterricht erschöpft sind. |
Die Unterscheidung zwischen These und Hypothese ist nicht immer scharf. Als Faustregel: Eine These vertrittst du und begründest sie, eine Hypothese prüfst du und hältst sie für möglich, bis sie bestätigt oder widerlegt ist. In der Gedicht- oder Textinterpretation spricht man deshalb von einer Deutungshypothese: einer ersten Vermutung zur Aussage des Textes, die du im Hauptteil überprüfst. Wie These, Antithese und Synthese in der Erörterung zusammenwirken, zeigt der Artikel These, Antithese, Synthese.
Schritt für Schritt eine These formulieren
- Streitfrage klären. Schreib die Frage aus der Aufgabe auf, zum Beispiel: „Sollten Hausaufgaben abgeschafft werden?“
- Position wählen. Entscheide dich für eine Seite oder eine abgewogene Position.
- In einem Aussagesatz formulieren. Keine Frage, kein „vielleicht“, keine zwei Behauptungen in einem Satz.
- Prüfen. Ist die These strittig? Kannst du mindestens zwei Argumente dafür finden?
- Begründen. Hänge Argument und Beispiel an. Signalwörter: denn, weil, da, deshalb, zum Beispiel.
Thesen in der Sachtextanalyse erkennen
Wenn du einen Kommentar oder eine Rede analysierst, sollst du oft die Hauptthese des Autors herausarbeiten. Sie steht häufig am Anfang oder am Schluss, manchmal auch in der Überschrift. Hinweise sind wertende Wörter (notwendig, falsch, muss, sollte), Modalverben und Formulierungen wie „Ich bin überzeugt, dass …“. Neben der Hauptthese gibt es Teilthesen, die einzelne Abschnitte tragen. Wie du die ganze Struktur aufschlüsselst, zeigt die Anleitung Argumentationsstruktur analysieren.
„Der Autor vertritt die These, dass soziale Netzwerke Jugendliche eher isolieren als verbinden (Z. 3 f.). Er stützt sie mit dem Argument, dass Online-Kontakte persönliche Treffen ersetzen, und belegt dies mit einer Umfrage (Z. 12–15).“
- Meine These ist ein Aussagesatz.
- Man kann ihr widersprechen.
- Sie enthält genau eine Behauptung.
- Ich habe mindestens zwei Argumente mit Beispielen.
















