
- Im Deutsch-LK analysierst und interpretierst du Gedichte, Dramen, Romane und Sachtexte genauer und umfangreicher als im Grundkurs.
- Dazu kommen Sprachthemen (zum Beispiel Kommunikation, Spracherwerb, Sprachwandel) und das Schreiben: Interpretation, Analyse, Erörterung, materialgestütztes Schreiben.
- Der LK hat mehr Wochenstunden, mehr Lektüre, längere Klausuren und meist mehr Gewicht im Abitur.
- Er lohnt sich, wenn du gern liest, gern schreibst und Freude am Argumentieren hast.
- Wie der Kurs genau heißt und abläuft, regelt dein Bundesland.
Die Wahl der Leistungskurse gehört zu den wichtigsten Entscheidungen in der Oberstufe. Deutsch ist dabei ein Sonderfall: Das Fach hast du ohnehin bis zum Abitur, aber im LK wird es deutlich intensiver. Hier erfährst du, was dich erwartet und wie du herausfindest, ob der Kurs zu dir passt.
Was ist der Deutsch-LK?
Ein Leistungskurs ist ein Kurs auf erhöhtem Anforderungsniveau. In einigen Bundesländern heißt er auch „Kurs auf erhöhtem Niveau“, „eA-Kurs“ oder „Leistungsfach“, das Prinzip ist ähnlich. Im Vergleich zum Grundkurs hast du mehr Unterrichtsstunden, behandelst mehr Texte und arbeitest stärker wissenschaftsnah: Du sollst Texte nicht nur verstehen, sondern selbstständig deuten, mit Fachbegriffen beschreiben und in größere Zusammenhänge einordnen.
Grundkurs und Leistungskurs im Vergleich
| Bereich | Grundkurs | Leistungskurs |
|---|---|---|
| Wochenstunden | meist 3 | meist 4 bis 6 |
| Lektüre | weniger Pflichtlektüren, oft Auszüge | mehr Ganzschriften, zusätzliche Texte, mehr Epochenwissen |
| Anspruch | Grundlagen sicher anwenden | vertiefte, eigenständige Deutung, Vergleiche, Theorie |
| Klausuren | kürzer | länger, im Abitur oft über fünf Stunden |
| Gewicht im Abitur | normal | in vielen Ländern stärker gewichtet |
Was macht man im Deutsch-LK? Die Inhalte
1. Literatur
- Lyrik: Gedichte aus verschiedenen Epochen, oft im Vergleich, etwa Liebes- oder Naturlyrik von Barock bis Gegenwart.
- Drama: häufig Klassiker wie Goethes „Faust“, Schillers „Kabale und Liebe“, Lessings „Nathan der Weise“ oder Büchners „Woyzeck“, dazu moderne Stücke.
- Epik: Romane, Novellen und Kurzgeschichten, von Fontane bis zur Gegenwartsliteratur.
- Epochenwissen: Du lernst, Texte historisch einzuordnen. Einen Überblick bietet der Artikel Überblick aller Literaturepochen.
2. Sprache
- Kommunikation: Kommunikationsmodelle, etwa von Watzlawick oder Schulz von Thun, und deren Anwendung auf Gespräche in Texten.
- Spracherwerb: Wie lernen Kinder sprechen?
- Sprachwandel und Sprachvarietäten: Jugendsprache, Dialekte, Anglizismen, gendergerechte Sprache.
- Sprache und Denken: Beeinflusst die Sprache unser Denken?
3. Sachtexte und Medien
- Analyse von Kommentaren, Reden, Essays und Reportagen
- Rhetorik und Argumentationsstrukturen
- Film, Hörspiel oder digitale Medien im Vergleich zur Buchvorlage
4. Schreiben
Das Schreiben ist das Herzstück des Kurses. Typische Aufgabenarten in Klausur und Abitur sind:
- Interpretation literarischer Texte, auch als Vergleich zweier Texte
- Analyse pragmatischer Texte (Sachtexte, Reden, Kommentare)
- Erörterung, frei oder textgebunden
- Materialgestütztes Schreiben: Aus mehreren Materialien entsteht ein informierender oder argumentierender Text
Vor- und Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Du trainierst Lesen, Schreiben und Argumentieren – Fähigkeiten, die du in fast jedem Studium und Beruf brauchst. | Hoher Lese- und Schreibaufwand, auch zu Hause. |
| Deutsch ist ohnehin Pflicht. Im LK nutzt du die vielen Stunden zur gezielten Vorbereitung. | Noten hängen stark von der Bewertung längerer Texte ab und wirken manchmal weniger planbar als in Mathe. |
| Gute Vorbereitung auf Studiengänge wie Germanistik, Lehramt, Jura, Journalismus oder Medien. | Lange Klausuren erfordern Ausdauer und gutes Zeitmanagement. |
| Viel Diskussion im Kurs, oft spannende Themen und Texte. | Wer ungern liest, quält sich durch viele Ganzschriften. |
| Rechtschreibung und Ausdruck verbessern sich deutlich. | Sprachliche Fehler können stärker in die Note eingehen. |
Für wen lohnt sich der Deutsch-LK?
- Du liest freiwillig Bücher oder längere Artikel.
- Du schreibst gern und kannst dich mehrere Stunden auf einen Text konzentrieren.
- Du diskutierst gern über Bedeutungen, Figuren und Meinungen.
- Deine Noten in Deutsch sind solide, oder du weißt, woran du arbeiten musst.
- Du planst ein Studium oder einen Beruf, in dem Sprache wichtig ist.
Wenn du die meisten Punkte abhaken kannst, ist der LK eine gute Wahl. Wenn du zwischen zwei Sprachen schwankst, hilft dir der Artikel Was macht man im Englisch-LK?.
So bereitest du dich auf den LK vor
- Lies regelmäßig, auch kurze Texte: Kurzgeschichten, Gedichte, Kommentare in Zeitungen.
- Wiederhole die Grundlagen: Stilmittel, Erzähltechnik, Aufbau von Analyse und Erörterung.
- Übe Einleitung und Schluss, denn sie prägen den ersten und letzten Eindruck.
- Lege dir eine Liste mit Fachbegriffen an, etwa mit der Übersicht der rhetorischen Stilmittel.
- Trainiere Zeitmanagement: Schreibe ab und zu eine Analyse unter Zeitdruck.
- Den LK nur wählen, weil Freunde ihn wählen.
- Unterschätzen, wie viel gelesen wird.
- Glauben, Deutsch sei ein „Laberfach“: Im LK zählt genaues Arbeiten am Text mit Belegen.








