
- Im Englisch-LK liest, analysierst und schreibst du anspruchsvolle englische Texte: Romane, Dramen (oft Shakespeare), Reden, Zeitungsartikel, Filme.
- Typische Themen: USA (American Dream), Großbritannien, Globalisierung, Postkolonialismus (z. B. Indien, Nigeria), Zukunftsvisionen und Medien – je nach Bundesland.
- Gegenüber dem Grundkurs hast du meist mehr Wochenstunden (oft 5 statt 3), längere Klausuren, mehr Lektüre und ein höheres Zielniveau (B2 mit Anteilen von C1).
- Der LK lohnt sich, wenn du gern liest, schreibst und diskutierst – nicht nur, wenn du gut sprichst.
Ob Englisch als Leistungskurs die richtige Wahl ist, fragen sich viele am Ende der Einführungsphase. Die Antwort hängt weniger davon ab, wie flüssig du sprichst, sondern davon, ob dir Textarbeit liegt. Hier erfährst du, was im Englisch-LK konkret passiert, wie er sich vom Grundkurs unterscheidet und woran du erkennst, ob er zu dir passt. Die Regeln (Stundenzahl, Abiturprüfung, Gewichtung) sind in jedem Bundesland etwas anders – prüfe die Details immer bei deiner Schule.
Was ist ein Leistungskurs überhaupt?
In der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe belegst du Fächer auf zwei Niveaus: Grundkurse (grundlegendes Anforderungsniveau) und Leistungskurse (erhöhtes Anforderungsniveau). Leistungskurse haben mehr Stunden, gehen tiefer und sind fast immer schriftliche Abiturprüfungsfächer. In vielen Bundesländern zählen ihre Noten zudem stärker in die Abiturnote. In Bayern und einigen anderen Ländern heißt das Modell anders (Fächer auf erhöhtem Anforderungsniveau), die Idee ist aber ähnlich.
Was macht man im Englisch-LK konkret?
Typische Themen
Die Themen werden von den Lehrplänen und – im Zentralabitur – von den Vorgaben des Landes bestimmt. Häufig sind:
| Themenfeld | Worum es geht |
|---|---|
| The USA – dream and reality | American Dream, Einwanderung, Rassismus und Bürgerrechtsbewegung, politische Reden |
| The UK and its role | Monarchie, politisches System, Brexit, Multikulturalität |
| Globalisation | Wirtschaft, Arbeit, Umwelt, Klimawandel |
| Post-colonialism | Indien, Nigeria, Südafrika, Australien – Folgen der Kolonialzeit |
| Literature and drama | Shakespeare (oft Auszüge oder ein ganzes Drama), moderne Romane und Kurzgeschichten |
| Visions of the future, media | Dystopien, Technik und Ethik, KI, Social Media, Film |
Im LK liest du meist mehr Ganzschriften als im Grundkurs, etwa einen Roman, ein Drama und mehrere Kurzgeschichten pro Schuljahr.
Typische Aufgabenformate
- Textaufgabe in drei Schritten: comprehension (Inhalt wiedergeben), analysis (Aufbau, Sprache, Stilmittel, Wirkung), evaluation/comment oder re-creation (Stellung nehmen oder kreativ weiterschreiben). Hilfe zum ersten Schritt gibt der Artikel Comprehension schreiben.
- Mediation: Inhalte aus einem deutschen Text adressatengerecht auf Englisch wiedergeben – siehe Mediation Englisch schreiben.
- Hör- und Hör-Seh-Verstehen mit Podcasts, Interviews oder Filmausschnitten.
- Sprechprüfung: In mehreren Ländern ersetzt eine mündliche Prüfung (Monolog plus Diskussion) eine Klausur.
- Film- und Bildanalyse: camera angles, shot sizes, Karikaturen, Statistiken.
Was wird im LK von dir erwartet?
- Längere Texte zügig lesen und die Kernaussagen erkennen
- Sprachliche und filmische Mittel benennen und ihre Wirkung erklären
- Strukturierte, gut begründete Texte schreiben (Einleitung, Argumente, Schluss)
- Einen breiten Wortschatz, auch für Analyse (to emphasise, to convey, the author implies …)
- Sichere Grammatik, besonders bei Zeiten, Satzbau und Konnektoren
- In Diskussionen spontan reagieren und argumentieren
Vor- und Nachteile des Englisch-LK
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Englisch brauchst du in fast jedem Studium und vielen Berufen – der LK bereitet gut darauf vor. | Viel Lesestoff: Romane, Dramen und Sachtexte kosten Zeit. |
| Mehr Stunden bedeuten mehr Übung im Sprechen und Schreiben. | Englisch ist dann fest schriftliches Abiturfach, du kannst es nicht mehr abwählen. |
| Spannende, aktuelle Themen (Politik, Gesellschaft, Medien). | Analyse von Stilmitteln und Filmtechnik ist anspruchsvoll und nicht jedermanns Sache. |
| Du kannst ein höheres Sprachniveau erreichen, das sich auch im Lebenslauf gut macht. | Schwankende Leistungen wirken sich bei höherer Gewichtung stärker auf die Abinote aus. |
| Englisch lässt sich gut nebenbei verbessern: Serien, Bücher, Podcasts. | Längere Klausuren mit mehreren Teilaufgaben verlangen gutes Zeitmanagement. |
Passt der Englisch-LK zu dir?
- Noten prüfen: Liegst du in der Einführungsphase stabil im oberen Bereich, besonders bei Klausuren (nicht nur mündlich)?
- Textlust prüfen: Liest du gern längere Texte und schreibst gern Analysen oder Kommentare?
- Zukunft bedenken: Planst du ein Studium mit viel englischer Literatur (Medizin, Informatik, Wirtschaft, Naturwissenschaften) oder einen Auslandsaufenthalt?
- Kombination prüfen: Welche Fächerkombinationen erlaubt deine Schule? Oft muss ein LK eine Fremdsprache, Deutsch, Mathematik oder eine Naturwissenschaft sein.
- Mit Lehrkraft sprechen: Frag deine Englischlehrkraft nach ihrer Einschätzung – sie kennt die Anforderungen genau.
- „Englisch kann ich, also wird der LK leicht.“ – Sprechen und Analysieren sind zwei verschiedene Dinge.
- „Die Lehrkraft ist nett, also nehme ich den Kurs.“ – Lehrkräfte wechseln manchmal; entscheide nach dem Fach.
- „Im Grundkurs muss ich weniger tun.“ – Auch im Grundkurs schreibst du Klausuren und eventuell Abiturprüfungen; der Unterschied liegt in Tiefe und Umfang.
Wenn du zwischen Englisch und Deutsch schwankst, hilft der Vergleich mit dem Artikel Was macht man im Deutsch-LK? – die Arbeitsweisen sind sich ähnlicher, als viele denken.







