
- „Disturbia“ ist kein Wort aus dem Wörterbuch, sondern ein englisches Kunstwort.
- Es ist gebildet aus disturb („stören, beunruhigen“) und der Endung -ia, die wie in „suburbia“ (Vorstadt) einen Ort oder Zustand bezeichnet.
- Sinngemäß heißt es: „Welt bzw. Zustand der Verstörung“, „Land der Unruhe“.
- Bekannt ist es vor allem durch Rihannas Song „Disturbia“ (2008) und den Thriller „Disturbia“ (2007).
Wer „Disturbia“ in ein Übersetzungsprogramm eingibt, bekommt oft keine sinnvolle Antwort. Das liegt daran, dass es sich um eine Neuschöpfung handelt. Wenn du die Bausteine kennst, verstehst du das Wort aber sofort.
Die Bausteine des Wortes
Die Endung „-ia“ stammt ursprünglich aus dem Lateinischen und Griechischen. Im Englischen steckt sie in Ländernamen (Australia, India), in Fantasieorten (Utopia, Narnia) und in Zustandswörtern (insomnia „Schlaflosigkeit“, nostalgia „Sehnsucht nach früher“). „Disturbia“ klingt deshalb wie ein Ort, an dem alles verstörend ist, oder wie ein Zustand, in dem man innerlich aufgewühlt ist.
Beim gleichnamigen Film schwingt außerdem „suburbia“ mit, denn die Handlung spielt in einer ruhigen amerikanischen Vorstadt. Das Wortspiel bedeutet dort also ungefähr „die verstörende Vorstadt“. Solche Wörter, in denen zwei Wörter verschmelzen, nennt man Kofferwörter.
Übersetzung
Eine genaue deutsche Entsprechung gibt es nicht. Je nach Zusammenhang passen:
- „Welt der Verstörung“ oder „Zustand der Verstörung“
- „innere Unruhe“, „Gefühlschaos“
- „Land des Wahnsinns“ (freier, eher für Songtexte)
Aussprache
„Disturbia“ spricht man etwa „dis-TÖR-bi-a“ [dɪˈstɜːbiə]. Die Betonung liegt auf der zweiten Silbe, genau wie bei „disturb“ [dɪˈstɜːb].
„Disturbia“ von Rihanna
Der Song „Disturbia“ erschien 2008 auf der Neuauflage von Rihannas Album „Good Girl Gone Bad“ und wurde ein weltweiter Hit. Mitgeschrieben hat ihn unter anderem der Sänger Chris Brown. Im Text beschreibt das lyrische Ich einen Zustand, in dem die eigenen Gedanken außer Kontrolle geraten: Es fühlt sich verfolgt, kann nicht abschalten und hat Angst vor dem eigenen Kopf. „Disturbia“ ist hier also ein seelischer Ausnahmezustand, eine Art Albtraum im Kopf. Das Musikvideo unterstreicht diese Stimmung mit düsteren, unheimlichen Bildern.
„Disturbia“ als Film
Der Thriller „Disturbia“ (2007) mit Shia LaBeouf handelt von einem Jugendlichen, der Hausarrest mit elektronischer Fußfessel hat. Aus Langeweile beobachtet er die Nachbarn und verdächtigt bald einen von ihnen, ein Verbrechen begangen zu haben. Der Film lehnt sich an Alfred Hitchcocks Klassiker „Das Fenster zum Hof“ an. Der Titel verbindet hier „disturb“ und „suburbia“: Hinter der friedlichen Vorstadtfassade lauert etwas Verstörendes.
Verwandte englische Wörter
| Englisch | Wortart | Deutsch | Beispiel |
|---|---|---|---|
| disturb | Verb | stören, beunruhigen | Do not disturb! – Bitte nicht stören! |
| disturbed | Adjektiv | verstört, gestört | She was disturbed by the news. |
| disturbing | Adjektiv | verstörend, beunruhigend | a disturbing film |
| disturbance | Nomen | Störung, Unruhe | a disturbance in the night |
Das Verb „disturb“ stammt über das Altfranzösische vom lateinischen „disturbare“ („auseinandertreiben, in Unordnung bringen“), gebildet aus „dis-“ (auseinander) und „turba“ (Unruhe, Menschenmenge). Auch das deutsche Wort „Turbulenz“ geht auf „turba“ zurück.
„The pictures in the documentary were really disturbing.“ – „Die Bilder in der Doku waren wirklich verstörend.“
„The police were called because of a disturbance.“ – „Die Polizei wurde wegen einer Ruhestörung gerufen.“
















