Den oder dem? Wann ist was richtig – Erklärung und Beispiele

Den oder dem

Aktualisiert: Oktober 2026 · Fach: Deutsch

Kurz erklärt

  • dem = Dativ Singular, männlich oder sächlich. Frage: Wem? – „Ich helfe dem Mann / dem Kind.“
  • den = Akkusativ Singular männlich. Frage: Wen oder was? – „Ich sehe den Mann.“
  • den = auch Dativ Plural – „Ich helfe den Kindern.“ Meist hat dann auch das Nomen ein -n.
  • Nach mit, bei, von, zu, aus, nach, seit steht immer der Dativ (dem), nach für, durch, gegen, ohne, um immer der Akkusativ (den).

„Ich gebe den Hund dem Ball“ – klingt komisch, oder? Richtig ist natürlich „Ich gebe dem Hund den Ball“. Den Unterschied zwischen „dem“ und „den“ hört man oft, aber beim Schreiben ist man sich plötzlich unsicher. Mit dem richtigen Fragetest und ein paar Regeln zu Präpositionen löst du jede Aufgabe.

Wofür stehen „dem“ und „den“?

„Dem“ und „den“ sind Formen des bestimmten Artikels „der/die/das“. Welche Form du brauchst, hängt vom Fall (Kasus), vom Geschlecht (Genus) und von der Zahl (Singular/Plural) des Nomens ab.

Fall Frage männlich weiblich sächlich Plural
Nominativ Wer oder was? der Hund die Katze das Pferd die Tiere
Genitiv Wessen? des Hundes der Katze des Pferdes der Tiere
Dativ Wem? dem Hund der Katze dem Pferd den Tieren
Akkusativ Wen oder was? den Hund die Katze das Pferd die Tiere

Das heißt: Bei weiblichen Nomen und bei sächlichen Nomen im Akkusativ stellt sich die Frage „den oder dem“ gar nicht. Sie betrifft vor allem männliche Nomen im Singular und den Dativ Plural.

Eselsbrücke: Die Dativfrage heißt „Wem?“ – die Antwort „dem“. Die Akkusativfrage heißt „Wen?“ – die Antwort „den“. Das m passt zum m, das n zum n. (Ausnahme: Dativ Plural, da heißt es „den“.)

Der Fragetest in drei Schritten

  1. Verb finden und Satz umbauen: Bilde mit dem Verb eine Frage nach dem fehlenden Wort.
  2. „Wem?“ oder „Wen?“ einsetzen: Probiere beide Fragen. Nur eine klingt richtig. „Wem hilfst du?“ – nicht „Wen hilfst du?“. „Wen siehst du?“ – nicht „Wem siehst du?“.
  3. Plural prüfen: Geht es um mehrere? Dann ist im Dativ „den“ richtig: „Ich helfe den Kindern.“
Dativ und Akkusativ in einem SatzWem gebe ich den Ball?Wen oder was gebe ich?Ich gebedem Hundden Ball.Dativobjekt (3. Fall)Akkusativobjekt (4. Fall)Wer etwas bekommt, steht meist im Dativ.Was gegeben wird, steht im Akkusativ.
Infografik: Viele Verben wie geben, schenken, zeigen haben ein Dativ- und ein Akkusativobjekt.

Beispiele mit „dem“

Beispiel: Dativ Singular

  • Das Fahrrad gehört dem Nachbarn. (Wem gehört es?)
  • Ich danke dem Lehrer für seine Hilfe. (Wem danke ich?)
  • Wir gratulieren dem Geburtstagskind. (sächlich: das Kind)
  • Nach dem Essen gehen wir raus. („nach“ + Dativ)
  • Sie wohnt bei dem Bäcker um die Ecke. („bei“ + Dativ)

Beispiele mit „den“

Beispiel: Akkusativ Singular männlich

  • Ich besuche den Opa. (Wen besuche ich?)
  • Hast du den Schlüssel gefunden? (Wen oder was?)
  • Das Geschenk ist für den Trainer. („für“ + Akkusativ)
  • Wir laufen durch den Park. („durch“ + Akkusativ)
Beispiel: Dativ Plural

  • Die Lehrerin erklärt den Schülern die Aufgabe. (Wem? – den Schülern)
  • Ich spiele mit den Kindern. („mit“ + Dativ, Plural)
  • Von den Aufgaben war die dritte am schwersten.

Präpositionen: Sie bestimmen oft den Fall

Präposition Fall Beispiel
aus, bei, mit, nach, seit, von, zu, gegenüber Dativ → dem mit dem Bus, seit dem Sommer, zum (= zu dem) Bahnhof
durch, für, gegen, ohne, um, bis Akkusativ → den für den Test, ohne den Hund, gegen den Wind
an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen Wo? → Dativ (dem)
Wohin? → Akkusativ (den)
auf dem Tisch / auf den Tisch

Die neun Wörter in der letzten Zeile heißen Wechselpräpositionen, weil sie je nach Bedeutung den Fall wechseln. Bei einem Ort ohne Bewegung (Wo?) steht der Dativ, bei einer Bewegung in eine Richtung (Wohin?) der Akkusativ.

Wo? → DativDas Buch liegt auf dem Tisch.Wohin? → AkkusativIch lege das Buch auf den Tisch.
Infografik: Ruhe am Ort verlangt den Dativ, eine Bewegung in eine Richtung den Akkusativ.
Beispiel: Wechselpräpositionen

  • Der Ball liegt unter dem Schrank. (Wo?) – Der Ball rollt unter den Schrank. (Wohin?)
  • Ich warte vor dem Eingang. (Wo?) – Ich stelle mich vor den Eingang. (Wohin?)
  • Wir sitzen in dem (= im) Garten. – Wir gehen in den Garten.

Sonderfall Datum: „Montag, den 5. Mai“ oder „Montag, dem 5. Mai“?

Hier sind beide Formen richtig, je nachdem, wie der Satz gebaut ist:

  • Ohne „am“ steht das Datum im Akkusativ: „Berlin, den 5. Mai 2026“ oder „Wir treffen uns Montag, den 5. Mai.“
  • Mit „am“ sind zwei Varianten erlaubt: „am Montag, dem 5. Mai“ (Datum als Beifügung im Dativ, wie „am Montag“) oder „am Montag, den 5. Mai“ (Datum als eigene Zeitangabe im Akkusativ). Die Form mit „dem“ gilt als grammatisch einheitlicher.

Verschmelzungen: im, am, zum, vom, beim

Oft siehst du „dem“ gar nicht, weil es mit der Präposition verschmilzt: in dem → im, an dem → am, zu dem → zum, von dem → vom, bei dem → beim. All diese Formen stehen also im Dativ. Bei „den“ gibt es solche Verschmelzungen in der Standardsprache nicht.

Typische Fehler

  • „mit den Bus“ – richtig: mit dem Bus („mit“ + Dativ, der Bus)
  • „ich habe dem Film gesehen“ – richtig: den Film (Wen oder was?)
  • „Ich helfe den Mann“ – richtig: dem Mann („helfen“ verlangt den Dativ)
  • „mit den Kinder“ – richtig: mit den Kindern (Dativ Plural braucht das -n am Nomen)
  • „Ich frage dem Lehrer“ – richtig: den Lehrer („fragen“ verlangt den Akkusativ)

Verben, bei denen viele danebenliegen

mit Dativ (dem) mit Akkusativ (den)
helfen, danken, gratulieren, folgen, gehören, gefallen, antworten, vertrauen, zuhören fragen, besuchen, sehen, kennen, brauchen, anrufen, lieben, suchen, finden

Wer die Fälle noch einmal von Grund auf üben will, findet eine Übersicht mit Eselsbrücke im Artikel über die vier Fälle. Die gleiche Logik gilt auch für diesem oder diesen. Und warum manche lieber „wegen dem“ als „wegen des“ sagen, erklärt der Beitrag Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod.

Häufige Fragen

Heißt es „in den Ferien“ oder „in dem Ferien“?
„In den Ferien“. „Ferien“ ist ein Pluralwort, und „in“ steht hier für eine Zeit (Wann?), also Dativ Plural – „den“.
Heißt es „auf dem Weg“ oder „auf den Weg“?
Beides kann richtig sein: „Ich bin auf dem Weg nach Hause“ (Wo? – Dativ). „Ich mache mich auf den Weg“ (Wohin? – Akkusativ).
Warum heißt es „den Kindern“ und nicht „dem Kindern“?
Weil „Kindern“ Plural ist. Im Dativ Plural heißt der Artikel immer „den“, egal ob das Nomen männlich, weiblich oder sächlich ist.
Ist „Wem oder was?“ die richtige Dativfrage?
Nein, die Dativfrage lautet nur „Wem?“. „Wer oder was?“ fragt nach dem Nominativ, „Wen oder was?“ nach dem Akkusativ.

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