
- Flektierbar (beugbar) ist der Oberbegriff: Das Wort verändert seine Form im Satz.
- Konjugierbar sind Verben. Sie passen sich an Person, Zahl, Zeit, Modus und Aktiv/Passiv an: ich gehe, du gingst.
- Deklinierbar sind Nomen, Artikel, Pronomen und Adjektive. Sie verändern sich nach Fall, Zahl und Geschlecht: der Hund, des Hundes.
- Nicht flektierbar sind Adverbien, Präpositionen, Konjunktionen und Interjektionen: Sie bleiben immer gleich.
In Grammatikaufgaben heißt es oft: „Bestimme, ob das Wort flektierbar ist.“ Dahinter steckt eine einfache Frage: Kann sich das Wort verändern, wenn du es in verschiedene Sätze einbaust? Wenn du die drei Begriffe einmal verstanden hast, kannst du jede Wortart sicher einordnen.
Flektierbar: der Oberbegriff
Das Wort Flexion kommt vom lateinischen flectere („biegen, beugen“). Auf Deutsch sagt man deshalb auch Beugung. Ein Wort ist flektierbar, wenn es verschiedene Formen annehmen kann – meistens durch eine andere Endung, manchmal auch durch einen veränderten Wortstamm.
Die Flexion teilt sich in drei Arten auf: Konjugation (bei Verben), Deklination (bei Nomen und ihren Begleitern) und Komparation (Steigerung, vor allem bei Adjektiven). Konjugierbar und deklinierbar sind also keine Gegensätze zu flektierbar, sondern Unterarten davon.
Konjugierbar: nur Verben
Konjugieren (lateinisch coniugare, „verbinden“) bedeutet, ein Verb an den Satz anzupassen. Konjugierbar sind nur Verben – das gilt für Vollverben (laufen), Hilfsverben (sein, haben, werden) und Modalverben (können, müssen). Ein Verb verändert sich nach fünf Merkmalen:
| Merkmal | Möglichkeiten | Beispiel mit „spielen“ |
|---|---|---|
| Person | 1., 2., 3. Person | ich spiele, du spielst, er spielt |
| Numerus (Zahl) | Singular, Plural | sie spielt – sie spielen |
| Tempus (Zeit) | Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und II | ich spielte, ich habe gespielt |
| Modus | Indikativ, Konjunktiv, Imperativ | er spiele, spiel! |
| Genus verbi | Aktiv, Passiv | es wird gespielt |
Wie die Formen in der 3. Person genau aussehen, erklärt der Artikel 3. Person Singular und Plural.
Deklinierbar: Nomen und ihre Begleiter
Deklinieren (lateinisch declinare, „abbiegen, abwandeln“) bedeutet, ein Wort nach Kasus (Fall), Numerus (Zahl) und Genus (Geschlecht) zu verändern. Deklinierbar sind:
- Nomen: der Baum, des Baumes, den Bäumen
- Artikel: der, des, dem, den
- Pronomen: er, seiner, ihm, ihn; dieser, diesem, diesen
- Adjektive: ein großer Baum, eines großen Baumes
- viele Zahlwörter: zweier Kinder, mit dreien
Die vier Fälle sind Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Eine ausführliche Erklärung mit Eselsbrücken findest du im Artikel über die vier Fälle.
Artikel, Adjektiv und Nomen verändern sich gemeinsam, weil sie zusammengehören.
Komparierbar: Steigerung der Adjektive
Die dritte Form der Flexion ist die Komparation. Sie betrifft vor allem Adjektive: Positiv (schnell), Komparativ (schneller), Superlativ (am schnellsten). Auch einige wenige Adverbien lassen sich steigern, zum Beispiel oft – öfter – am öftesten oder gern – lieber – am liebsten. Adjektive sind damit die vielseitigste Wortart: Sie sind deklinierbar und komparierbar.
Nicht flektierbare Wortarten
Einige Wortarten haben nur eine einzige Form. Du kannst sie in jeden Satz einsetzen, ohne etwas zu verändern:
- Adverbien: heute, hier, leider, sehr
- Präpositionen: auf, mit, wegen, hinter
- Konjunktionen: und, aber, weil, dass
- Interjektionen: au, pst, hurra
Oft werden diese Wortarten unter dem Begriff Partikeln (im weiteren Sinn) zusammengefasst. Präpositionen bleiben zwar selbst unverändert, bestimmen aber den Fall des folgenden Wortes: mit dem Rad (Dativ), wegen des Regens (Genitiv). Mehr dazu liest du in „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“.
Schritt für Schritt: Wortart bestimmen
- Setze das Wort in zwei verschiedene Sätze ein. Ändert sich die Form? Dann ist es flektierbar.
- Prüfe, ob du es mit ich, du, er verbinden kannst. Klappt das (ich lache, du lachst), ist es ein Verb – also konjugierbar.
- Prüfe, ob es sich mit dem Fall verändert. Setze „wegen“ oder „mit“ davor: wegen des Hauses, mit dem Haus. Dann ist es deklinierbar.
- Prüfe die Steigerung. Lässt es sich steigern (groß, größer)? Dann ist es ein Adjektiv.
- Bleibt das Wort immer gleich? Dann gehört es zu Adverb, Präposition, Konjunktion oder Interjektion.
Morgen: Adverb, nicht flektierbar · fährt: Verb, konjugiert · meine: Pronomen, dekliniert · kleine: Adjektiv, dekliniert · Schwester: Nomen, dekliniert · mit: Präposition, nicht flektierbar · dem: Artikel, dekliniert · Zug: Nomen, dekliniert








