Konjugierbar, deklinierbar, flektierbar: Was bedeutet das?

Was bedeutet konjugierbar, deklinierbar & flektierbar

Aktualisiert: Oktober 2026 · Fach: Deutsch

Kurz erklärt

  • Flektierbar (beugbar) ist der Oberbegriff: Das Wort verändert seine Form im Satz.
  • Konjugierbar sind Verben. Sie passen sich an Person, Zahl, Zeit, Modus und Aktiv/Passiv an: ich gehe, du gingst.
  • Deklinierbar sind Nomen, Artikel, Pronomen und Adjektive. Sie verändern sich nach Fall, Zahl und Geschlecht: der Hund, des Hundes.
  • Nicht flektierbar sind Adverbien, Präpositionen, Konjunktionen und Interjektionen: Sie bleiben immer gleich.

In Grammatikaufgaben heißt es oft: „Bestimme, ob das Wort flektierbar ist.“ Dahinter steckt eine einfache Frage: Kann sich das Wort verändern, wenn du es in verschiedene Sätze einbaust? Wenn du die drei Begriffe einmal verstanden hast, kannst du jede Wortart sicher einordnen.

Flektierbar: der Oberbegriff

Das Wort Flexion kommt vom lateinischen flectere („biegen, beugen“). Auf Deutsch sagt man deshalb auch Beugung. Ein Wort ist flektierbar, wenn es verschiedene Formen annehmen kann – meistens durch eine andere Endung, manchmal auch durch einen veränderten Wortstamm.

BeispielKind – des Kindes – den Kindern. singen – sie sang – wir haben gesungen. klein – kleiner – am kleinsten.

Die Flexion teilt sich in drei Arten auf: Konjugation (bei Verben), Deklination (bei Nomen und ihren Begleitern) und Komparation (Steigerung, vor allem bei Adjektiven). Konjugierbar und deklinierbar sind also keine Gegensätze zu flektierbar, sondern Unterarten davon.

Wortartenflektierbarnicht flektierbarkonjugierbardeklinierbarkomparierbarVerbNomenArtikelPronomenAdjektivAdjektiv(wenige Adverbien)Adverb: heute, gernPräposition: auf, mitKonjunktion: und, weilInterjektion: au, heyForm bleibt immer gleich
Infografik: Welche Wortarten flektierbar sind und wie die Flexion heißt

Konjugierbar: nur Verben

Konjugieren (lateinisch coniugare, „verbinden“) bedeutet, ein Verb an den Satz anzupassen. Konjugierbar sind nur Verben – das gilt für Vollverben (laufen), Hilfsverben (sein, haben, werden) und Modalverben (können, müssen). Ein Verb verändert sich nach fünf Merkmalen:

Merkmal Möglichkeiten Beispiel mit „spielen“
Person 1., 2., 3. Person ich spiele, du spielst, er spielt
Numerus (Zahl) Singular, Plural sie spielt – sie spielen
Tempus (Zeit) Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und II ich spielte, ich habe gespielt
Modus Indikativ, Konjunktiv, Imperativ er spiele, spiel!
Genus verbi Aktiv, Passiv es wird gespielt

Wie die Formen in der 3. Person genau aussehen, erklärt der Artikel 3. Person Singular und Plural.

Deklinierbar: Nomen und ihre Begleiter

Deklinieren (lateinisch declinare, „abbiegen, abwandeln“) bedeutet, ein Wort nach Kasus (Fall), Numerus (Zahl) und Genus (Geschlecht) zu verändern. Deklinierbar sind:

  • Nomen: der Baum, des Baumes, den Bäumen
  • Artikel: der, des, dem, den
  • Pronomen: er, seiner, ihm, ihn; dieser, diesem, diesen
  • Adjektive: ein großer Baum, eines großen Baumes
  • viele Zahlwörter: zweier Kinder, mit dreien

Die vier Fälle sind Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Eine ausführliche Erklärung mit Eselsbrücken findest du im Artikel über die vier Fälle.

BeispielDer kleine Hund bellt. – Ich gebe dem kleinen Hunde Futter. – Die Leine des kleinen Hundes ist rot.
Artikel, Adjektiv und Nomen verändern sich gemeinsam, weil sie zusammengehören.

Komparierbar: Steigerung der Adjektive

Die dritte Form der Flexion ist die Komparation. Sie betrifft vor allem Adjektive: Positiv (schnell), Komparativ (schneller), Superlativ (am schnellsten). Auch einige wenige Adverbien lassen sich steigern, zum Beispiel oft – öfter – am öftesten oder gern – lieber – am liebsten. Adjektive sind damit die vielseitigste Wortart: Sie sind deklinierbar und komparierbar.

Nicht flektierbare Wortarten

Einige Wortarten haben nur eine einzige Form. Du kannst sie in jeden Satz einsetzen, ohne etwas zu verändern:

  • Adverbien: heute, hier, leider, sehr
  • Präpositionen: auf, mit, wegen, hinter
  • Konjunktionen: und, aber, weil, dass
  • Interjektionen: au, pst, hurra

Oft werden diese Wortarten unter dem Begriff Partikeln (im weiteren Sinn) zusammengefasst. Präpositionen bleiben zwar selbst unverändert, bestimmen aber den Fall des folgenden Wortes: mit dem Rad (Dativ), wegen des Regens (Genitiv). Mehr dazu liest du in „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“.

Schritt für Schritt: Wortart bestimmen

  1. Setze das Wort in zwei verschiedene Sätze ein. Ändert sich die Form? Dann ist es flektierbar.
  2. Prüfe, ob du es mit ich, du, er verbinden kannst. Klappt das (ich lache, du lachst), ist es ein Verb – also konjugierbar.
  3. Prüfe, ob es sich mit dem Fall verändert. Setze „wegen“ oder „mit“ davor: wegen des Hauses, mit dem Haus. Dann ist es deklinierbar.
  4. Prüfe die Steigerung. Lässt es sich steigern (groß, größer)? Dann ist es ein Adjektiv.
  5. Bleibt das Wort immer gleich? Dann gehört es zu Adverb, Präposition, Konjunktion oder Interjektion.
Beispiel: ganzen Satz bestimmen„Morgen fährt meine kleine Schwester mit dem Zug.“
Morgen: Adverb, nicht flektierbar · fährt: Verb, konjugiert · meine: Pronomen, dekliniert · kleine: Adjektiv, dekliniert · Schwester: Nomen, dekliniert · mit: Präposition, nicht flektierbar · dem: Artikel, dekliniert · Zug: Nomen, dekliniert
Typische Fehler: „Flektierbar“ und „deklinierbar“ gleichsetzen – Verben sind flektierbar, aber nicht deklinierbar. Adverbien mit Adjektiven verwechseln: „Sie singt laut“ – hier wird „laut“ zwar adverbial gebraucht, bleibt aber ein Adjektiv, denn man kann sagen „die laute Musik“.
Eselsbrücke: Konjugieren = Kommt zum Verb. Deklinieren = Der, Des, Dem, Den. Flektieren = beides zusammen (plus Steigern).
Sind Adverbien flektierbar?
Nein, Adverbien wie heute, dort oder leider sind nicht flektierbar. Nur wenige lassen sich steigern, zum Beispiel oft – öfter.
Kann man ein Adjektiv konjugieren?
Nein. Konjugieren kann man nur Verben. Adjektive werden dekliniert (der schöne Tag, des schönen Tages) und gesteigert (schön, schöner, am schönsten).
Was ist der Unterschied zwischen Flexion und Deklination?
Flexion ist der Oberbegriff für jede Art von Beugung. Die Deklination ist eine Form davon und betrifft Nomen, Artikel, Pronomen und Adjektive.
Sind Zahlwörter deklinierbar?
Teilweise. Grundzahlen wie zwei und drei haben nur selten gebeugte Formen (die Meinung zweier Experten). Ordnungszahlen werden wie Adjektive dekliniert: der dritte Tag, am dritten Tag.

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