Parataktischer & hypotaktischer Satzbau – Unterschiede

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Die Hypotaxe

Der hypotaktische Satzbau zeichnet sich dadurch aus, dass Hauptsätze mit Nebensetzen verbunden werden. Es entstehen lange verschachtelte Sätze, die durch Konjunktionen miteinander verbunden werden. Konjunktionen sind Bindewörter. Sie setzen einen Nebensatz in eine Relation zu einem Hauptsatz.

Beispiel für einen hypotaktischen Satzbau:

Ich sitze vor meinem Bildschirm, während draußen die Sonne, die heute besonders hell leuchtet, scheint.

Die Parataxe

Im Gegensatz zur Hypotaxe ist der parataktische Satzbau eher kurz und weniger kunstvoll. Es werden kaum Konjunktionen (abgesehen von ‚und‘ sowie ‚oder‘) verwendet, dafür sind viele Satzzeichen wie Doppelpunkte, Punkte, Kommas und Semikolons.

Beispiel für einen einfachen parataktischen Satzbau:

Er hat morgen eine Prüfung und muss noch lernen. Seine Schwester kann ihm nicht helfen, sein Bruder will ihm nicht helfen, und seine Mama ist nicht zu Hause. Martin denkt: „Ich muss alles alleine machen!“

Wie man die Stile einsetzt:

Während sich der hypotaktische Satzbau eher für komplexe Sachverhalte eignet, wirkt die Parataxe oft sehr schmucklos. Der Einsatz des parataktischen Satzbaues lässt die Texte Tatsachen orientiert erscheinen. Das ist vor allem beim Formulieren von Hypothesen und Tatsachenberichten angebracht, auch die lineare Argumentation wird mit der Parataxe vereinfacht.

Nachteile

Die Hypotaxe ist, wenn sie sehr viele Nebensätze beinhaltet unübersichtlich und schwer verstehbar. Der Leser muss die endlos anmutenden Sätze entwirren, was sich durchaus als Herausforderung herausstellen kann. Der Nachteil der Parataxe ist offensichtlich. Sie kann, wenn man es auf die Spitze treibt sehr trocken und differenziert wirken.

Beispiele in der Literatur

Franz Kafka nutzte die Parataxe in einigen Werken wie in „der Aufbruch“. Die Parabel beinhaltet trotz 36 Hauptsätzen nur drei Nebensätze. Als gutes Beispiel für hypotaktischen Satzbau können Werke von Thomas Mann genannt werden, wie „Buddenbrooks: Verfall einer Familie“.

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