
- Richtig ist in aller Regel „weiterzuentwickeln“ – in einem Wort.
- „weiterentwickeln“ ist ein trennbares Verb. Beim Infinitiv mit „zu“ steht das „zu“ zwischen „weiter“ und „entwickeln“.
- Das gilt auch für „sich beruflich weiterzuentwickeln“ und „die Idee weiterzuentwickeln“.
- Getrennt schreibst du nur, wenn „weiter“ die Steigerung von „weit“ ist: „Das Kind ist sprachlich weiter entwickelt als sein Bruder“ (= fortgeschrittener).
„Ich möchte mich beruflich weiterzuentwickeln“ – oder „weiter zu entwickeln“? Beide Schreibweisen sieht man ständig, in Bewerbungen, Zeugnissen und Schulaufsätzen. Die Frage lässt sich aber eindeutig beantworten, wenn du verstehst, wie das Verb aufgebaut ist.
Die Antwort: „weiterzuentwickeln“
Das Verb lautet im Infinitiv weiterentwickeln. Es bedeutet „etwas verbessern, voranbringen, auf eine höhere Stufe bringen“. Der Duden führt es als ein zusammengeschriebenes Verb. Weil es ein trennbares Verb ist, wird der Infinitiv mit „zu“ so gebildet: weiter + zu + entwickeln = weiterzuentwickeln.
- Ich habe ein Auslandsjahr gemacht, um meine Englischkenntnisse weiterzuentwickeln.
- Das Team plant, die App bis zum Sommer weiterzuentwickeln.
- Es ist wichtig, sich auch nach der Schule weiterzuentwickeln.
- Die Lehrerin ermutigte uns, unsere Ideen weiterzuentwickeln.
Warum steht das „zu“ in der Mitte?
„weiterentwickeln“ besteht aus drei Bausteinen, die sich ganz unterschiedlich verhalten:
- weiter ist ein Verbzusatz. Er ist trennbar und wandert im Hauptsatz ans Satzende: „Wir entwickeln das Spiel weiter.“
- ent- ist eine untrennbare Vorsilbe (ein Präfix). Sie bleibt immer am Verb kleben, so wie bei „entdecken“ oder „entscheiden“.
- wickeln ist der Wortstamm.
Das „zu“ des Infinitivs schiebt sich bei trennbaren Verben immer zwischen Verbzusatz und Restverb – also hinter „weiter“, aber vor „ent-“. Darum entsteht weiter|zu|entwickeln.
Alle Formen auf einen Blick
| Form | Beispiel | Schreibung |
|---|---|---|
| Infinitiv | Wir wollen das Projekt weiterentwickeln. | zusammen |
| Infinitiv mit „zu“ | Wir haben vor, das Projekt weiterzuentwickeln. | zusammen |
| Hauptsatz (Präsens) | Wir entwickeln das Projekt weiter. | getrennt |
| Hauptsatz (Präteritum) | Sie entwickelte ihre Idee weiter. | getrennt |
| Nebensatz | …, weil wir das Projekt weiterentwickeln. | zusammen |
| Partizip II / Perfekt | Wir haben das Projekt weiterentwickelt. | zusammen |
| Nomen | Die Weiterentwicklung dauert ein Jahr. | zusammen, groß |
So prüfst du die Schreibung in drei Schritten
- Bedeutung prüfen: Meinst du „verbessern, voranbringen, ausbauen“? Dann geht es um das Verb „weiterentwickeln“.
- Hauptsatz-Probe: Bilde einen Hauptsatz. Wandert „weiter“ ans Ende („Ich entwickle mich weiter“)? Dann ist es ein trennbares Verb.
- Zu-Probe: Bei trennbaren Verben steht „zu“ in der Mitte und alles wird zusammengeschrieben: weiterzuentwickeln.
Wann „weiter entwickeln“ getrennt richtig ist
Getrennt schreibst du nur, wenn „weiter“ kein Verbzusatz ist, sondern die Steigerungsform von „weit“. Das kennst du von „weit entwickelt“ im Sinne von „fortgeschritten“: Ein Land kann wirtschaftlich weit entwickelt sein, ein anderes noch weiter entwickelt. Hier vergleichst du, und „weiter“ wird betont.
- Mit zwei Jahren war Paula sprachlich schon weiter entwickelt als ihr Cousin. (Vergleich: fortgeschrittener)
- Die Firma hat ihr Produkt nach Kundenwünschen weiterentwickelt. (verbessert)
In Infinitivsätzen mit „zu“ kommt dieser Vergleich praktisch nie vor. Für Bewerbungen, Aufsätze und E-Mails kannst du dir also merken: weiterzuentwickeln ist die richtige Form.
Andere Verben mit „weiter“
Die meisten Verbindungen mit „weiter“ im Sinne von „fortsetzen, voran“ funktionieren genauso. Sie werden zusammengeschrieben, und das „zu“ steht in der Mitte:
| Infinitiv | mit „zu“ | Beispielsatz |
|---|---|---|
| weitermachen | weiterzumachen | Trotz der Pause beschloss sie, weiterzumachen. |
| weitergeben | weiterzugeben | Vergiss nicht, die Nachricht weiterzugeben. |
| weiterbilden | sich weiterzubilden | Er hat vor, sich in Informatik weiterzubilden. |
| weiterleiten | weiterzuleiten | Bitte denk daran, die E-Mail weiterzuleiten. |
| weiterempfehlen | weiterzuempfehlen | Das Buch ist es wert, weiterempfohlen zu werden. |
| weiterlernen | weiterzulernen | Nach dem Abendessen fiel es mir schwer, weiterzulernen. |
Das gleiche Prinzip kennst du auch von zusammenzuarbeiten, aufzustehen oder anzufangen.
Gegenprobe: Verben, bei denen „zu“ davor steht
Nicht jedes zusammengesetzte Verb nimmt das „zu“ in die Mitte. Bei untrennbaren Verben steht „zu“ als eigenes Wort davor: zu entwickeln, zu verbessern, zu besprechen, zu überlegen. Den Unterschied erkennst du an der Hauptsatz-Probe: „Ich verbessere“ – hier trennt sich nichts. Darum heißt es „zu verbessern“ und nicht „verzubessern“.
Um das Fahrrad weiterzuentwickeln, müssen wir zuerst die Bremse zu verbessern versuchen und die Ergebnisse auszuwerten.
- „um mich beruflich weiter zu entwickeln“ – richtig: weiterzuentwickeln.
- „weitergeentwickelt“ – richtig: weiterentwickelt.
- „weiter-zu-entwickeln“ mit Bindestrichen – falsch.
- „die weiter Entwicklung“ – richtig: die Weiterentwicklung.
Formulierungshilfen für Bewerbung und Lebenslauf
Gerade in Bewerbungsschreiben taucht das Wort oft auf. Diese Sätze sind korrekt und klingen gut:
- „Ich möchte mich fachlich und persönlich weiterentwickeln.“
- „In Ihrem Unternehmen sehe ich die Chance, meine Fähigkeiten weiterzuentwickeln.“
- „Mein Ziel ist es, mich im Bereich Marketing weiterzuentwickeln.“
- „Während des Praktikums konnte ich meine Kenntnisse in Excel weiterentwickeln.“








