
- Das „Personal-“ in Personalausweis hat nichts mit dem Personal einer Firma zu tun.
- Es geht auf das lateinische personalis zurück: „die Person betreffend, persönlich“.
- Ein Personalausweis ist also ein Ausweis über die Angaben zu einer Person – die Personalien.
- Gleich gebildet sind Personalpronomen, Personalunion und Personalien.
Eigentlich klingt „Personenausweis“ logischer: Der Ausweis zeigt doch, wer eine Person ist. Trotzdem heißt das Dokument „Personalausweis“. Der Grund liegt in der Wortbildung: Hier steckt kein Nomen „Person“ mit Fugen-n drin, sondern ein Wortbaustein aus dem Lateinischen.
Woher kommt „Personal-“?
Im Lateinischen heißt persona ursprünglich „Maske eines Schauspielers“, dann „Rolle“ und schließlich „Person, Mensch“. Davon abgeleitet ist das Adjektiv personalis: „zur Person gehörig, persönlich“. Diese Form ist in vielen deutschen Fachwörtern als Bestimmungswort Personal- erhalten geblieben.
Personal- und Personen-: zwei verschiedene Bausteine
Im Deutschen gibt es zwei Arten, Zusammensetzungen (Komposita) mit „Person“ zu bilden:
| Baustein | Bedeutung | Beispiele |
|---|---|---|
| Personal- (lat. personalis) | die einzelne Person betreffend, persönlich | Personalausweis, Personalien, Personalpronomen, Personalunion |
| Personen- (Person + Fugen-n) | Menschen als Fahrgäste, Betroffene oder gezählte Größe | Personenwagen, Personenzug, Personenschaden, Personenkreis |
| Personal (eigenes Nomen) | alle Beschäftigten eines Betriebs | Personalabteilung, Personalmangel, Personalrat |
Beim Personalausweis passt die erste Bedeutung: Das Dokument hält die persönlichen Daten fest. Deshalb findest du dort die gleiche Wurzel wie im Wort Personalien – „Bitte nennen Sie Ihre Personalien“ heißt: Name, Geburtsdatum, Anschrift.
Schritt für Schritt: das Wort zerlegen
- Grundwort bestimmen: „Ausweis“ – es sagt, was das Ding ist.
- Bestimmungswort bestimmen: „Personal-“ – es sagt, welche Art von Ausweis.
- Bedeutung des Bestimmungsworts klären: lat. personalis = die Person betreffend.
- Zusammensetzen: ein Ausweis mit den Angaben zur eigenen Person.
Wäre „Personenausweis“ falsch?
Verstanden würde man es wohl, aber es ist nicht das übliche Wort und nicht der amtliche Begriff. Das Gesetz heißt Personalausweisgesetz, und auf dem Dokument steht „Personalausweis“. Sprache ist hier nicht „logisch“ im heutigen Sinn, sondern historisch gewachsen: Als der Begriff entstand, waren lateinische Bildungen in der Amts- und Verwaltungssprache sehr verbreitet.
„Im Zug gibt es eine Personenkontrolle.“ (Hier werden die Menschen kontrolliert.)
„Die Firma sucht neues Personal.“ (Hier geht es um Beschäftigte.)
Ein kurzer Blick in die Geschichte
Ausweisdokumente gibt es in Deutschland schon lange, ihre Namen haben aber gewechselt. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde ab 1938 die „Kennkarte“ eingeführt, die auch der Überwachung und Ausgrenzung diente. In der Bundesrepublik setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg die Bezeichnung „Personalausweis“ durch. Auch in der DDR hieß das Dokument „Personalausweis“, es war dort allerdings ein kleines Heft. Heute ist der Begriff so selbstverständlich, dass kaum jemand über seine lateinische Herkunft nachdenkt.
Was steht im Personalausweis?
Der Name passt auch zum Inhalt. Auf dem deutschen Personalausweis stehen unter anderem Familienname und Vornamen, gegebenenfalls Geburtsname und Doktorgrad, Geburtstag und Geburtsort, Staatsangehörigkeit, Größe, Augenfarbe, Anschrift, Lichtbild, Unterschrift, Ausweisnummer und Gültigkeitsdatum. Seit August 2021 werden bei neuen Ausweisen außerdem zwei Fingerabdrücke im Chip gespeichert; vorher war das freiwillig.
Wer die deutsche Staatsangehörigkeit hat, muss ab 16 Jahren einen gültigen Personalausweis oder Reisepass besitzen. Für Personen ab 24 Jahren gilt der Ausweis in der Regel zehn Jahre, für Jüngere sechs Jahre. Seit 2010 gibt es den Ausweis im Scheckkartenformat mit Chip, über den man sich auch online ausweisen kann.

















Das stimmt nur teilweise. Es heißt Personalausweis, da die Bürger der BRD nur „Personal“ sind und die BRD eine „Firma“ ist. Zumindest wenn man die rechtlichen Belange ganz genau betrachtet.
Vielen Dank für Ihren Kommentar, aber das gehört eher in die Kategorie „Verschwörungstheorie“.