Kommunikationsanalyse schreiben – Aufbau & Beispiel

Bei uns erfährst Du, wie man eine richtige und gute Kommunikationsanalyse bzw. Dialoganalyse schreibt. Des weiteren zeigen wir Dir, wie Du den Aufbau der Kommunikationsanalyse richtig gestaltest. Später zeigen wir Dir auch ein Beispiel für eine solche Analyse. Das einzige was Du tun musst ist den hier beschriebenen Aufbau nach und nach abzuarbeiten.

Was ist eine Kommunikationsanalyse?

Die Kommunikation dient dem Austausch von Informationen. Hierbei gibt es immer einen Sender und einen Empfänger. Eine Kommunikationsanalyse möchte dabei die Strukturen zwischen den einzelnen Beteiligten aufzeigen. Dabei geht es nicht nur um das Gespräch und das Gesagte an sich, sondern auch um die äußeren Strukturen und Einflüsse auf das Gespräch und den oder die Sprecher. Dabei setzt sich eine Kommunikationsanalyse aus drei wichtigen Bestandteilen zusammen.

Die Handlungsanalyse

Handelt sich um ein alltägliches Gespräch? Was wird gesagt oder werden nur Gesten verwendet? Warum und wie kam es zu dem Gespräch? Hier geht es um die konkreten Handlungen von Sender und Empfänger.

Die Situationsanalyse

Hierbei geht es um die Zeit, den Ort, die politischen Hintergründe und das Geschehen an sich aber auch um die Gefühle und die Beziehung in der der Sender und Sprecher zu einander stehen, ein.

Die Gesprächsanalyse

Ist es ein Streit? Welche markanten Körperhaltungen begleiten das Gespräch? Ist einer vielleicht sogar verstummt? Welche Reaktionen folgen? Was wird wie gesagt und wie wird auf das Gesagte reagiert. Das ist hier der entscheidende Punkt.

Wofür braucht man eine Kommunikationsanalyse?

Auf den ersten Blick ist vielleicht der Nutzen nicht unbedingt erkennbar, dennoch analysieren wir die Kommunikation untereinander tagtäglich und somit ist sie ein Teil unseres Sozialverhaltens. Unterbewusst nimmt der Mensch viel mehr wahr, als er auf den ersten Blick zu sehen scheint.

Der Sender oder auch Kommunikator genannt, sendet nicht nur über das, was sagt, sondern auch über seine Körpersprache, seine Gestiken und die Mimik. Oft kann man nicht sagen, warum einem jemand auf den ersten Blick schon nicht sympathisch ist, doch eine Kommunikationsanalyse könnte darüber Aufschluss geben. Dieses Wissen wird bereits lange in der Verkaufs- und Werbebranche und/oder bei Reden und in der Politik eingesetzt. Die Wahl des richtigen Ortes, die richtige Stimmung und exakt ausgewählte Worte können manipulieren.

Das Rhetorik Macht besitzt, darüber wusste bereits Aristoteles Bescheid, doch das wohl bekannteste Beispiel für die Massenmanipulation war Adolf Hitler. Seine Auftritte fesselten das Publikum. Gierig hingen die Menschen an seinen Lippen und dabei bediente er sich allen Regeln der Kommunikationskunst. Er passte sich seinen Zuhörern an, er war auf ihrem Niveau, einfach und deutlich wiederholte er alles, schuf eingängige Slogans, bis es auch der Letzte verstanden hatte. Dabei ging es ihm nicht um die Wahrheit, sondern er schuf ein gemeinsames und vereinfachtes Feindbild in einer Welt voll Hunger, Armut und Tod. Er gab dem Volk einen gemeinsamen Feind und präsentierte sich allein als Lösung alles Übels und als denjenigen, der alles besser machen würde. All dies sind Taktiken, die auch heutzutage noch genau so funktionieren.

In Deutsch wird eine Kommunikationsanalyse bzw. Gesprächsanalyse immer mit dem selben Aufbau erstellt.
Doch dabei musst Du folgendes beachten: Alle Aussagen, die Du in der Analyse tätigst, musst Du mit passenden Zitaten belegen. Denk immer an den Aufbau und an das Beispiel. Es sollte immer ein Beispiel vorhanden sein. Solltest Du zu einem Punkt, den Du schreiben möchtest, nichts dazuschreiben können, so solltest Du das in die Kommunikationsanalyse für den Lehrer mit reinschreiben – das ist besser, als den Punkt einfach wegzulassen!

1. Einleitungssatz

Hier musst Du den Titel, den Autor, das Erscheinungsdatum, die Literaturepoche, die Textart und das Thema reinschreiben

2. Situationsanalyse

Hier musst Du die Situation analysieren, in der das Gespräch stattfindet
2.1 Personen, die beteiligt sind: Hier musst Du schreiben, welche Personen das Gespräch führen, wieso sie dieses Gespräch führen und welchen Auslöser es dafür gab. Des weiteren solltest Du kurz auf den Hintergrund der Personen eingehen, sofern diese Informationen für Dich vorhanden sind
2.2 Benenne die Gesprächsart: Handelt es sich um eine Überredung, Konflikt, Zufallsgespräch, Interview oder um eine alltägliche Konversation
2.3 Kontext: Hier schreibst Du rein wie es zu diesem Gespräch kam. Des weiteren benennst Du hier den Ort, die Zeit, die Umstände, die Atmosphäre und die Stimmung.
2.4 Zeit: Hier schreibst Du in welcher Zeit dieses Gespräch stattfindet. Eventuell solltest Du hier auch noch auf den geschichtlichen Hintergrund eingehen.
2.4 Hier solltest Du die Interpretationshypothese belegen und aufstellen. Das solltest Du erst am Ende schreiben, zuvor solltest Du diesen Teil auslassen, so wird es einfacher für Dich!

3. Inhaltsangabe Deines Textes

3.1 Hier solltest Du den Text in sinnvolle Abschnitte gliedern, anschließend schreibst Du eine Inhaltsangabe im Präsens
3.2 Wichtig: Hier darf keine wörtliche Rede vorkommen – des weiteren musst Du jede Aussage belegen
3.3 Sofern vorhanden: Benenne die Wendepunkte im Verlauf und gehe auf diese ein

4. Gesprächsanalyse

Hier schreibst Du eine Analyse des Gesprächs, dabei solltest Du alles mit Beispielen und Textstellen belegen

4.1 Gesprächsrolle für die komplette Handlung
4.2 Hier solltest Du auf die Beziehungen zwischen den Gesprächspartnern eingehen
4.3 Hier schreibst Du welche Absichten, Strategien oder Pläne die beteiligten Personen verfolgen
4.4 Redeanteile der beteiligten Personen benennen
4.5 Hier schreibst Du, welche Besonderheiten bei der Sprache der Personen zu erkennen sind: Reden diese emotional, sachlich, befehlend, bestimmt usw…?
4.6 Hier solltest Du die rhetorischen Mittel aufzählen – des weiteren solltest Du hier auch die Funktion der rhetorischen Mitteln benennen, die eingesetzt wurden
4.7 Sofern vorhanden: Analysiere die nonverbale Kommunikation. D.h. Du solltest auf Symbole, Gesten, Bekräftigungen usw… eingehen

In einem anderen Artikel haben wir eine große Sammlung aller sprachlichen Mittel!

5. Der Schlussteil

5.1 Wodurch wurde das Gespräch verändert?
5.2 Wer hat seine Ziele durchsetzen können? Wer hat sie nicht durchsetzen können?
5.3 Bezug auf 2.4: Hier solltest Du weiter Belege vertreten oder aber eine neue Interpretationshypothese mit neuen Begründungen aufstellen
5.4 Hier ist Platz für Deine eigene Meinung zum Text und hier kannst Du den Text bewerten: Bist Du der Ansicht, dass der Autor seine Intention mit diesem Text umsetzen konnte?

Kannst du nun die perfekte Kommunikationsanalyse schreiben?

Dann teste dein Wissen an unserem Quiz zum Thema: Kommunikationsanalyse schreiben!

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Autor(in) des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert. Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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