Was ist ein Understatement? – Beispiele, Wirkung & Erklärung

Mit dem Wort „Understatement“ beschreiben wir das Untertreiben. Dieses rhetorische Stilmittel ist in jeder Art von Literatur vertreten. Es schwächt Aussagen ab. In der Redekunst kommt die Figur sehr oft zusammen mit einer doppelten Verneinung, die zu einer Bejahung wird vor. In einem anderen Fall nutzt sie die Verkleinerungsform den Diminutiv, er ist das Gegenstück zur Übertreibung. (Hyperbel)

Der Begriff, der uns aus dem Englischen bekannt ist, wird aus dem Wort under (unter) sowie dem Begriff statement,(der Aussage oder Erklärung) zusammengefügt. Deswegen können wir hier von einer Unteraussage sprechen. Einer Erklärung, welche die Realität (Wirklichkeit) abschwächt. Dabei kann es sich bei dem Understatement sowohl um eine Stilfigur, wie auch um eine besondere Art der Lebensführung handeln. Es folgen einige Beispiele:

a. Auf einem Fest erscheint der sinnbildliche Tod, in der Gestalt eines Sensenmannes und er will alle töten.

Ein Gast: Aber diese Spassbremse hat die Stimmung leicht gesenkt.

Das obige Beispiel, (leicht abgewandelt), ist dem Film: Der Sinn des Lebens, von der britischen Komikertruppe Monty Python entnommen. Der Partygast untertreibt und schwächt ab, wenn er mit diesen Worten über die Aussicht, seines kurz bevorstehenden Todes spricht. Es ist ein gelungenes Beispiel, für den beißenden, englischen Humor. Dabei handelt es sich um eine klassische Form des rhetorischen Understatements.

a. Ein Mann gewinnt einige Millionen Pfund bei einer großen Quizshow und meint dazu im Interview.

Mann: Das ist ein nettes Taschengeld.

In dem Beispielsatz wird die Höhe des Gewinns in Form des Understatements abgeschwächt. Das Wort „Taschengeld“, ist sehr wohl ironisch gemeint. Es sagt das Gegenteil von der Tatsache aus. (Riesensumme) Die doppelte Verneinung, die Ironie und die Untertreibung sind hier miteinander verbunden.

b. Ein äußert erfolgreicher Manager, möchte auf sein klappriges Auto nicht verzichten.

Hierbei handelt es sich um einen weiteren Ausdruck des Understatements: Es zeigt die Lebensführung. Dabei wird ausdrücklich auf gewisse Erkennungszeichen und Besonderheiten seiner Lebenssituation verzichtet. Dies kann bedeuten, dass sich der Mann mit seinem hohen, sozialen Rang bewusst nicht in den Vordergrund stellen möchte, oder aber: Er nimmt sich in seiner Bescheidenheit nicht allzu wichtig. Deshalb wird er als Mensch leicht unterschätzt werden.

In einem anderen Artikel haben wir eine große Sammlung aller sprachlichen Mittel!

Ein Hinweis:

Das Understatement als Stilmittel ist eine Art der Untertreibung und wird zusammen mit der doppelten Verneinung (Litotes) verwendet. In der englischen Sprache meint man damit ein stärker abgeklärtes Verhalten, als es der beunruhigenden Situation angemessen wäre. Bei der Lebensform wird das Hintansetzen von Statussymbolen und Besonderheiten bezeichnet. Das Gegenteil davon ist ein das vorsätzliche Angeben.

Der Unterschied zwischen Understatement und Underacting

Underacting: Diese Bezeichnung spielt eine Rolle in der Schauspielerei. Dabei wird das schauspielerische Understatement sowohl als Underacting als auch als Underplaying benannt. (übersetzt: Unterspielen) Der Darsteller versucht, nonverbale Mittel, wie die Gestik, die Mimik oder auch verschiedene Gebärden nur minimalistisch einzusetzen und sein Publikum zum Hinschauen und Zuhören zu bewegen. Beim Overacting, werden die nonverbale Ausdrucksmittel besonders stark eingesetzt.

 

Eine Kurzübersicht: Dabei das Wichtigste im folgenden Überblick

Das Wort „Understatement“ bedeutet übersetzt: Untertreibung. Es kann eine eigene Form der Lebensführung beschreiben, oder als schauspielerisches Mittel eingesetzt werden. In der Regel kommt es allerdings als sprachliches (rhetorisches) Stilmittel vor. Es ist auch möglich, dass diese Bereiche zusammenfallen. Wird es als Stilmittel verwendet, dann wird sehr oft die Verkleinerungsform (Diminutiv) mit der doppelten Verneinung (Litotes) kombiniert. Wird einer dramatischen- oder bedrohlichen Situation, besonders gelassen oder ironisch begegnet, handelt es sich auch um eine Form von Understatement.

Es lässt sich ebenso auf einen gewissen Lebensstil übertragen. Dabei werden der eigene Reichtum oder die eigenen Statussymbole nicht unnötig zur Schau gestellt. In der Umgangssprache wird das auch als sogenanntes: „Tiefstapeln“, bezeichnet. Beim stilistischen Gegenstück der Untertreibung handelt es sich um die Hyperbel; die Übertreibung. In der Schauspielerei kommt der Begriff, Understatement ebenso vor. Hiermit wird in der Regel das Underacting, eher selten das Underplaying benannt. Gemeint ist dabei das Spiel, mit sehr wenig nonverbalen Mitteln. Als Overacting wird das Gegenteil davon bezeichnet.

Die Wirkung:

Das Understatement kann sowohl beim Film als auch in der Literatur eine verstärkende Wirkung haben, weil das benannte Element die Aufmerksamkeit des Lesers oder Zusehers erlangt.

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