Interpretation des siebten Bildes in Andorra von Max Frisch

Max Frisch hat in dem Jahre 1961 das Verhalten der Juden gegenüber einem Juden in Andorra in seinem Drama Andorra beschrieben.
Dabei sagt das siebte Bild aus, dass die Menschen, dadurch dass diese sehr stark von den eigenen Vorurteilen oder den Vorurteilen anderer Menschen beeinflusst wurden, dass diese nur sahen was diese auch sehen wollten.

Die Zusammenfassung des 1. bis 6. Buches

Andri ist ein vermeintlicher Jude und wohnt bei dem Lehrer Can und dessen Frau. Er ist mit der Tochter der beiden, Barblin, verlobt, wovon jedoch niemand anders außer ihnen Bescheid weiß.

Obwohl er eine Lehre als Tischler anfängt, setzt ihn der Tischlermeister schnell im Verkauf ein. Dies tut er, weil er der Meinung ist, dass Andri nicht für das Tischlern gemacht ist und dieses nicht im Blut hat.

Andri erhält seinem Vater schließlich dass er Barblin heiraten möchte, doch diese verbietet ihm dies. Denn Andri weiß nicht dass Barblin seine Halbschwester ist.

Barblin wird von dem Soldat Peider vergewaltigt, welcher ein Auge auf diese geworfen hat. Während er sie vergewaltigt, sitzt Andri vor der Kammer von Barblin und, da er denkt, sie hätte freiwillig mit den Soldaten geschlafen, verliert er sein letztes Selbstwertgefühl.
Bislang hat Andri immer daran gezweifelt das „Judsein“ zu akzeptieren, was er letztlich jedoch tut, nachdem der Pater, auf Bitten von Andris Pflegemutter, mit diesem spricht.

Die Vor erwartungen, Hoffnungen und Ängste der Beteiligten vor dem Gespräch?

Andri sagt, dass ihn niemand liebt, als der Pater diesen überzeugen möchte, das „Judsein“ zu akzeptieren und sagt, daß Sohn die Andorraner so lieben würden, wie er ist. Auf Andris Behauptung geht er jedoch nicht weiter ein.

Stattdessen bestätigt er nur das Vorurteil, dass Juden kein Gemüt haben, indem er sagt: „Mag sein Andri du hast etwas gehetztes“

Schlüsselwörter in der Szene

Schlüsselwörter können die Handlungsweisen der Charakter und der Personen kennzeichnen.
Somit bestätigt der Pater Andri, dass dieser anders als die anderen ist, stellt gleichzeitig aber auch klar, dass es gut und positiv ist, anders zu sein.
Dem widerspricht Andri jedoch und sagt dass er weder anders ist, noch anders sein möchte.

Deshalb bittet er denn Pater nicht mehr zu erwähnen, dass Andri anders sei. Auf diese Bitte reagiert der Pater jedoch nicht, sondern er fordert Andri dazu auf, endlich zuzuhören.

Das aufgezwungene Bildnis Andris durch den Pater

Da Andri glaubt sein Vater würde ihm die Heirat mit Barblin nur verbieten, weil er Jude ist, bestätigt ihm der Pater, dass Juden sämtliche Dinge auf das Judsein beziehen.
Dadurch ähnelt der Pater jedoch den anderen Bewohnern Andorras, da er selbst seine Vorurteile, welche er offensichtlich hat, durch Andris Aussage und Verhalten bestätigt sieht und gar nicht erst versucht diesen so zu sehen, wie er ist.

Am Anfang des Gespräches ist Andri nicht davon überzeugt ein Jude zu sein und wehrt sich auch gegen die Vorurteile.
Diese Abwehr verschwindet im Laufe des Gespräches und ist am Ende sogar überzeugt davon, dass er ein Jude ist.

Das liegt daran, dass der Pater auf ihn einredet und ihn dadurch dazu bringt in sich selbst etwas zu sehen und etwas zu glauben, wovon er selbst eigentlich nicht überzeugt ist. Das bedeutet, dass er von den Andorranern in ein Bild gedrängt wurde, welches diese für ihn gemacht und erstellt haben.

Zwar behauptet der Pater, dass Juden anders, aber nicht schlechter sind, ist aber nicht überzeugt von seinen Aussagen.
Er sagt Andri, dass er diesem helfen möchte, tut dies aber nicht, als er später die Möglichkeit dazu bekommt.
Mit seinem Gespräch hilft der Pater Andri nicht, obwohl er überzeugt davon ist, da Andri das Judsein nach dem Gespräch akzeptiert, dies später aber nicht mehr ablegen kann, nachdem er erfährt, dass er kein Jude ist.

Die Bewertung und das Verständnis der Aussage des Paters

Der Pater sieht, als einziger, die Schuld, welche er trägt, ein und zieht die anderen Andorraner mit in diese Schuld, was durch das Wort „auch“ verdeutlicht wird, die Andorraner jedoch nicht akzeptieren und einsehen wollen. „Auch ich bin schuldig geworden… Auch ich habe ihn an den Pfahl gebracht.“

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