Cimbom – was bedeutet das auf Türkisch? 2 Theorien zur Herkunft

Aktualisiert: Oktober 2026 · Fach: Sprachen (Türkisch)

Kurz erklärt

  • Cimbom (gesprochen etwa „Dschimbom“) ist der beliebteste Spitzname des türkischen Fußballvereins Galatasaray Istanbul.
  • Das Wort hat keine wörtliche Übersetzung. Es ist ein Klangwort aus einem Fan-Ruf: „Cim Bom Bom“.
  • Theorie 1 (am besten belegt): Der Spieler Sabit Cinol brachte den Ruf aus der Schweiz mit, vom Genfer Klub Servette.
  • Theorie 2: Der Ruf ahmt einfach Trommelschläge und rhythmisches Rufen im Stadion nach.
  • Die Angabe „Cimbom heißt roter Hahn“ ist falsch.

Wer türkische Fußballfans hört, stößt schnell auf „Cimbom“, auf Schals, in Liedern und in Schlagzeilen. Viele vermuten dahinter ein türkisches Wort mit fester Bedeutung. Tatsächlich ist „Cimbom“ ein Klangwort, also ein Wort, das vor allem durch seinen Rhythmus wirkt. Hier lernst du, wie man es ausspricht, woher es wahrscheinlich kommt und wie man es benutzt.

Was bedeutet „Cimbom“?

„Cimbom“ ist ein Spitzname, also ein inoffizieller, liebevoller Name. Er steht für den Sportverein Galatasaray Spor Kulübü aus Istanbul, vor allem für dessen Fußballmannschaft. Fans nennen sich passend dazu „Cimbomlu“ (etwa: „die zu Cimbom Gehörenden“). In einem Wörterbuch findest du „cimbom“ nicht als normales Wort mit eigener Bedeutung. Ähnlich ist es im Deutschen mit Vereinsnamen wie „die Fohlen“ für Borussia Mönchengladbach oder „die Knappen“ für Schalke 04: Wer den Namen hört, denkt sofort an den Verein.

Neben „Cimbom“ ist „Aslanlar“ verbreitet. Das bedeutet „die Löwen“ (aslan = Löwe, -lar = Pluralendung). Der Löwe ist das Maskottchen des Vereins. Die Vereinsfarben sind Gelb und Rot (türkisch „sarı-kırmızı“).

Aussprache: Warum „Dschimbom“?

Im Türkischen wird der Buchstabe c immer wie das deutsche „dsch“ in „Dschungel“ gesprochen. Das i ist ein kurzes, klares i. Die Betonung liegt meist auf der zweiten Silbe: dschim-BOM. Ein „k“ oder „ts“ wie im Deutschen gibt es bei diesem Buchstaben nicht.

Türkischer Buchstabe Aussprache Beispiel
c dsch cimbom = „dschimbom“, cami (Moschee) = „dschami“
ç tsch çay (Tee) = „tschai“
ş sch şampiyon (Meister) = „schampijon“
ı (ohne Punkt) dumpfes i, ähnlich dem e in „bitte“ sarı (gelb): zweite Silbe mit dumpfem i

Woher kommt „Cimbom“? Die zwei Theorien

Wie bei vielen Fan-Wörtern gibt es keine Urkunde, die den Ursprung festhält. Zwei Erklärungen werden genannt. Die erste ist deutlich besser belegt und wird auch vom Verein und in Nachschlagewerken erzählt.

Theorie 1: Ein Schlachtruf aus Genf

Der Galatasaray-Spieler Sabit Cinol studierte in der Schweiz und spielte dort für den Genfer Verein Servette. Die Fans dort hatten einen rhythmischen Ruf mit den Silben „bom bom“. Cinol brachte diesen Ruf nach Istanbul mit und passte ihn an. Daraus wurde der Schlachtruf „Cim bom bom, cim bom bom, Galatasaray!“. Mit der Zeit wurde aus dem Ruf ein Name: „Cimbom“.

Theorie 2: Lautmalerei aus dem Stadion

Andere sehen in „Cimbom“ einfach eine Lautmalerei (Onomatopoesie): Die Silben klingen wie Trommelschläge und lassen sich im Chor leicht und laut rufen. Für diese Erklärung gibt es keine Quelle. Sie widerspricht der ersten aber auch nicht: Gerade weil „bom bom“ so gut nach Trommel klingt, hat sich der Ruf wohl durchgesetzt.

Cimbom: vom Ruf zum Namen Fan-Ruf bei Servette in Genf rhythmische Silben „bom bom“ Sabit Cinol bringt ihn nach Istanbul „Cim bom bom, Galatasaray!“ Spitzname „Cimbom“ Fans heißen „Cimbomlu“ Galatasaray: der echte Name Galata Stadtteil + saray Palast „Galata-Palast“ Galatasaray-Gymnasium, Verein 1905 Weitere Spitznamen: „Aslanlar“ = die Löwen
Infografik: Links der wahrscheinliche Weg vom Schweizer Fan-Ruf zum Spitznamen „Cimbom“, rechts die Bedeutung des offiziellen Namens „Galatasaray“.

Und was heißt „Galatasaray“?

Der offizielle Name ist leichter zu übersetzen: Galata ist ein Stadtteil von Istanbul, saray bedeutet „Palast“ oder „Schloss“. „Galatasaray“ heißt also ungefähr „Galata-Palast“. So hieß eine alte Schule im Stadtteil Beyoğlu, das heutige Galatasaray-Gymnasium. Schüler dieser Schule gründeten den Verein 1905 unter der Leitung von Ali Sami Yen. Der lange Name ist im Stadion schwer im Chor zu rufen. Auch deshalb ist der kurze Ruf „Cimbom“ so beliebt.

Typischer Irrtum: Im Netz liest man, „Cimbom“ bedeute „roter Hahn“ oder sei die Übersetzung von „Galatasaray“. Beides stimmt nicht. Das türkische Wort für Hahn ist „horoz“, und „Galatasaray“ bedeutet „Galata-Palast“.

Beispiele: So wird „Cimbom“ benutzt

Beispiel„Cimbom bu akşam kazanır!“ – „Cimbom gewinnt heute Abend!“
„Hadi Cimbom!“ – „Los, Cimbom!“ (Anfeuerungsruf)
„Ben Cimbomluyum.“ – „Ich bin Galatasaray-Fan.“ (wörtlich: „Ich gehöre zu Cimbom.“)

Auch in deutschen Fan-Foren, in Fan-Gesängen oder auf Social Media taucht „Cimbom“ auf, oft als Hashtag. Wer das Wort benutzt, zeigt damit Nähe zum Verein. Fans der großen Istanbuler Rivalen Fenerbahçe und Beşiktaş verwenden es dagegen eher spöttisch oder gar nicht.

Merke: Spitznamen von Vereinen entstehen oft aus Fan-Rufen, Tieren, Farben oder Orten. Ihre Bedeutung erschließt man darum aus der Geschichte, nicht aus dem Wörterbuch.

Verwandte Wörter

  • Cimbomlu – Galatasaray-Fan (Endung -lu: „zugehörig zu“)
  • Aslanlar – „die Löwen“, zweiter Spitzname
  • sarı-kırmızı – „gelb-rot“, die Vereinsfarben
  • derbi – Derby, vor allem das Duell mit Fenerbahçe („Kıtalararası Derbi“, Interkontinental-Derby, weil die Vereine auf zwei Kontinenten liegen)

Wenn du dich für Türkisch interessierst, lies auch, wie sich Arabisch und Türkisch unterscheiden. Wie Wörter durch Klang wirken, siehst du auch bei „Y.M.C.A.“.

Ist „Cimbom“ ein echtes türkisches Wort?
Nein, nicht im Sinne eines Wörterbuchworts. Es ist ein Klangwort aus einem Fan-Ruf, das zum Spitznamen von Galatasaray geworden ist.
Wie spricht man „Cimbom“ richtig aus?
Etwa „Dschimbom“, mit Betonung auf der zweiten Silbe. Das türkische c klingt wie „dsch“.
Warum heißen Galatasaray-Spieler „Löwen“?
Der Löwe ist das Wappentier und Maskottchen des Vereins. Darum der zweite Spitzname „Aslanlar“ („die Löwen“).
Ist „Cimbom“ eine Beleidigung?
Nein. Fans benutzen das Wort stolz und liebevoll. Rivalen verwenden es manchmal spöttisch, aber eine Beleidigung ist es nicht.

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