
- Cimbom (gesprochen etwa „Dschimbom“) ist der beliebteste Spitzname des türkischen Fußballvereins Galatasaray Istanbul.
- Das Wort hat keine wörtliche Übersetzung. Es ist ein Klangwort aus einem Fan-Ruf: „Cim Bom Bom“.
- Theorie 1 (am besten belegt): Der Spieler Sabit Cinol brachte den Ruf aus der Schweiz mit, vom Genfer Klub Servette.
- Theorie 2: Der Ruf ahmt einfach Trommelschläge und rhythmisches Rufen im Stadion nach.
- Die Angabe „Cimbom heißt roter Hahn“ ist falsch.
Wer türkische Fußballfans hört, stößt schnell auf „Cimbom“, auf Schals, in Liedern und in Schlagzeilen. Viele vermuten dahinter ein türkisches Wort mit fester Bedeutung. Tatsächlich ist „Cimbom“ ein Klangwort, also ein Wort, das vor allem durch seinen Rhythmus wirkt. Hier lernst du, wie man es ausspricht, woher es wahrscheinlich kommt und wie man es benutzt.
Was bedeutet „Cimbom“?
„Cimbom“ ist ein Spitzname, also ein inoffizieller, liebevoller Name. Er steht für den Sportverein Galatasaray Spor Kulübü aus Istanbul, vor allem für dessen Fußballmannschaft. Fans nennen sich passend dazu „Cimbomlu“ (etwa: „die zu Cimbom Gehörenden“). In einem Wörterbuch findest du „cimbom“ nicht als normales Wort mit eigener Bedeutung. Ähnlich ist es im Deutschen mit Vereinsnamen wie „die Fohlen“ für Borussia Mönchengladbach oder „die Knappen“ für Schalke 04: Wer den Namen hört, denkt sofort an den Verein.
Neben „Cimbom“ ist „Aslanlar“ verbreitet. Das bedeutet „die Löwen“ (aslan = Löwe, -lar = Pluralendung). Der Löwe ist das Maskottchen des Vereins. Die Vereinsfarben sind Gelb und Rot (türkisch „sarı-kırmızı“).
Aussprache: Warum „Dschimbom“?
Im Türkischen wird der Buchstabe c immer wie das deutsche „dsch“ in „Dschungel“ gesprochen. Das i ist ein kurzes, klares i. Die Betonung liegt meist auf der zweiten Silbe: dschim-BOM. Ein „k“ oder „ts“ wie im Deutschen gibt es bei diesem Buchstaben nicht.
| Türkischer Buchstabe | Aussprache | Beispiel |
|---|---|---|
| c | dsch | cimbom = „dschimbom“, cami (Moschee) = „dschami“ |
| ç | tsch | çay (Tee) = „tschai“ |
| ş | sch | şampiyon (Meister) = „schampijon“ |
| ı (ohne Punkt) | dumpfes i, ähnlich dem e in „bitte“ | sarı (gelb): zweite Silbe mit dumpfem i |
Woher kommt „Cimbom“? Die zwei Theorien
Wie bei vielen Fan-Wörtern gibt es keine Urkunde, die den Ursprung festhält. Zwei Erklärungen werden genannt. Die erste ist deutlich besser belegt und wird auch vom Verein und in Nachschlagewerken erzählt.
Theorie 1: Ein Schlachtruf aus Genf
Der Galatasaray-Spieler Sabit Cinol studierte in der Schweiz und spielte dort für den Genfer Verein Servette. Die Fans dort hatten einen rhythmischen Ruf mit den Silben „bom bom“. Cinol brachte diesen Ruf nach Istanbul mit und passte ihn an. Daraus wurde der Schlachtruf „Cim bom bom, cim bom bom, Galatasaray!“. Mit der Zeit wurde aus dem Ruf ein Name: „Cimbom“.
Theorie 2: Lautmalerei aus dem Stadion
Andere sehen in „Cimbom“ einfach eine Lautmalerei (Onomatopoesie): Die Silben klingen wie Trommelschläge und lassen sich im Chor leicht und laut rufen. Für diese Erklärung gibt es keine Quelle. Sie widerspricht der ersten aber auch nicht: Gerade weil „bom bom“ so gut nach Trommel klingt, hat sich der Ruf wohl durchgesetzt.
Und was heißt „Galatasaray“?
Der offizielle Name ist leichter zu übersetzen: Galata ist ein Stadtteil von Istanbul, saray bedeutet „Palast“ oder „Schloss“. „Galatasaray“ heißt also ungefähr „Galata-Palast“. So hieß eine alte Schule im Stadtteil Beyoğlu, das heutige Galatasaray-Gymnasium. Schüler dieser Schule gründeten den Verein 1905 unter der Leitung von Ali Sami Yen. Der lange Name ist im Stadion schwer im Chor zu rufen. Auch deshalb ist der kurze Ruf „Cimbom“ so beliebt.
Beispiele: So wird „Cimbom“ benutzt
„Hadi Cimbom!“ – „Los, Cimbom!“ (Anfeuerungsruf)
„Ben Cimbomluyum.“ – „Ich bin Galatasaray-Fan.“ (wörtlich: „Ich gehöre zu Cimbom.“)
Auch in deutschen Fan-Foren, in Fan-Gesängen oder auf Social Media taucht „Cimbom“ auf, oft als Hashtag. Wer das Wort benutzt, zeigt damit Nähe zum Verein. Fans der großen Istanbuler Rivalen Fenerbahçe und Beşiktaş verwenden es dagegen eher spöttisch oder gar nicht.
Verwandte Wörter
- Cimbomlu – Galatasaray-Fan (Endung -lu: „zugehörig zu“)
- Aslanlar – „die Löwen“, zweiter Spitzname
- sarı-kırmızı – „gelb-rot“, die Vereinsfarben
- derbi – Derby, vor allem das Duell mit Fenerbahçe („Kıtalararası Derbi“, Interkontinental-Derby, weil die Vereine auf zwei Kontinenten liegen)
Wenn du dich für Türkisch interessierst, lies auch, wie sich Arabisch und Türkisch unterscheiden. Wie Wörter durch Klang wirken, siehst du auch bei „Y.M.C.A.“.

















Unfassbar schlechter und amateurhafter Post.
Was ist denn nicht in Ordnung?